Polyoma, Circo und Co.

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Irgendwie habe ich das Gefühl, ich müsste meine Meinung zu einem bestimmten Thema in die Welt hinaus schreien.

Ok, fangen wir mit dem Schreiben an. Und ich betone, dass dies meine Meinung ist, die aus meinen Erfahrungen in der Wellensittichhaltung seit 2002 resultiert und auch viel mein gesundes Bauchgefühl widerspiegelt.

Seitdem im Jahre 2012 die Psittakose-Verordnung aufgehoben wurde und nun wirklich JEDER Wellensittiche vermehren kann, habe ich das Gefühl, dass Wellensittiche zur Ramsch-Ware degradiert wurden, als billige Wegwerfobjekte, so wie es schon vielen anderen Arten vorher ergangen ist oder noch ergehen wird.

Und das Vermehren der hübschen Australier ist nicht wirklich schwer. Nein, eher habe ich das Gefühl, dass es die hohe Kunst ist, die kleinen “Biester” vom Eierlegen abzuhalten! Denn mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass ich einige wirklich erfahrene Vogelhalter kenne, die von ihren Wellis ausgetrickst wurden und bei denen wider aller Erwartungen (warum? darauf komme ich später) nun ein quietschfideles Vögelchen herumflitzt, das auf keinen Fall geplant und auch nicht gewollt war.

Was habe ich schon gebangt und gehofft, den Kampf verloren, experimentiert, ausprobiert, recherchiert, um meinen Hennen (und Hähnen!) klarzumachen, dass es genügend kleine, aber hochintelligente Individuen gibt, die sehnsüchtig auf ein Zuhause warten, in dem sie verstanden, fachkundig versorgt und in Gemeinschaft leben können und sie daher keine (zugegeben niedlichen) Wunder in Form von Welliküken in die Welt setzen müssen.

Dieses wilde Vermehren durch Menschen, die in dieser “Zucht” den Profit und nicht das Wohl der Tiere wollen, hat meiner Meinung nach dazu geführt, dass eigentlich seltene Erkrankungen nun allgegenwärtig sind und es “saubere” Bestände vielleicht gar nicht mehr gibt.

Am harmlosesten ist da wahrscheinlich noch Macrorhabdus ornithogaster, ein Hefepilz, der sich in den Ausführungsgängen der salzsäureproduzierenden Belegzellen in der Magenschleimhaut einnistet und somit zu Verdauungsproblemen führt. Auch ich habe zwei Vögel deswegen verloren, bin aber mit der Meinung, dass dieser Hefepilz nur eine Chance hat, wenn der Vogel noch ein anderes gesundheitliches Problem hat und nicht alleine zum Tod führt. Bei meinem “Kobold” war dies beispielsweise ein Tumor im Ausgang des Drüsenmagens, der zu Passageschwierigkeiten führte und sich so der Hefepilz durch das verlängerte Verbleiben des Speisebreis (Chymus) optimal vermehren konnte.

Doch nun zu meinem eigentlichen Thema, das in den Vogelgruppen gefühlt immer regelrechte Panikattacken bewirkt.

Die Rede ist von den Gefiedererkrankungen, verursacht durch Viren, daher nicht heilbar. Denn im Heimtierbereich gibt es kaum Prophylaxe in Form von Impfungen. Ob es daran liegt, dass “man es nicht hinbekommt” oder doch eher daran, dass die Pharmaunternehmen nicht mehrere Millionen in die Entwicklung eines Impfstoffes für ein “paar” nicht für den Verzehr brauchbare Wellensittiche stecken wollen, kann ich nur mutmaßen.

Die Polyomaviren sind die vermeintlich harmloseren, denn sie führen “nur” zu erhöhter Jungvogelsterblichkeit und bei einigen Vögeln zu dauerhafter Flugunfähigkeit, weil die Schwungfedern der Flügel und die Schwanzfedern nicht richtig wachsen (auch Großgefieder genannt). Diese Flugunfähigkeit hat dieser Erkrankung verschiedene Namen eingebracht, wie Renner- oder Hopserkrankheit oder auch französische Mauser.

Die fieseren Kandidaten sind die Circoviren, denn sie befallen auch die lymphatischen Organe und führen somit zu einer Leukopenie, einer drastischen Verminderung der weißen Blutkörperchen, die so wichtig für eine intakte Immunabwehr sind.

Somit leiden diese Vögel neben der schlechten Befiederung sehr oft an sogenannten Sekundärinfektionen, die für ein gesundes Immunsystem häufig kein Problem darstellen würden. Der Organismus wird also mit einem weiteren (oder mehreren) Erreger(n) zusätzlich zu der Circovirusinfektion infiziert.

Um das so geschwächte Immunystem zu unterstützen, gebe ich meinen Vögeln täglich verdünnten Cistustee, dem ich wertvolle Aminosäuren zusetze, die die oft geschädigte Leber nicht mehr in ausreichender Menge synthetisieren kann. B-Vitamine und Mariendistel ergänzen das Ganze.

Warum Cistustee? Ihm wird nachgesagt, dass er “gut gegen Viren” ist. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber ich habe ein gutes Gefühl, meine Vögel trinken ihn gerne und er übertüncht den Geschmack der Zusätze im Trinkwasser.

Ein wesentlicher Punkt ist auch die Stressvermeidung. Daher leben meine (symptomatischen) Circovirenträger in einer eigenen ruhigen Voliere mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten, in der sie auch ihr erhöhtes Schlafbedürfnis befriedigen können.

Hört sich alles irgendwie unschön an und will sicher nicht jeder mitmachen, zumal diese Vögel aus genannten Gründen keine besonders hohe Lebenserwartung haben. Ich habe mich mittlerweile irgendwie ans Abschied nehmen gewöhnt, auch wenn es jedes Mal wieder schmerzt. Aber in einer Pflegestelle wie meiner, wo es viele Handicap-Tiere und Senioren gibt, ist ein- bis zweimal im Monat Abschiednehmen traurige Tagesordnung.

Wie kann ich mir denn nun sicher sein, auf gar keinen Fall einen infizierten Vogel bei mir aufzunehmen? Wo bekomme ich denn “saubere Tiere”?

Meiner Meinung nach gibt es sie nirgendwo mehr mit hundertprozentiger Sicherheit. Denn wo kommen unsere niedlichen Hausgenossen eigentlich her? Vom “Züchter”, Zoohändler, Nachbarn? Oder anders – war nicht jeder schonmal in einer Tierarztpraxis? Im Zoo? Im Vogelpark? Bei Freunden mit Vögeln zuhause? Oder am Schlimmsten auf einer Vogelbörse als Schmelztiegel für alle Erreger, die unsere Australier befallen können? Was passiert im Urlaub? Wird der Vogel bei anderen Vogelfreunden, im Tierheim oder sogar in einer Vogelpension abgegeben? Oder hat schlichtweg einen gebrauchten Käfig gekauft oder übernommen? Denn viele Erreger können über viele Monate oder sogar Jahre hinweg auf unbelebten Vektoren, zu der Kleidung ebenso wie Käfigeinrichtung, Fußböden, etc. gehören, überleben. Also nicht nur die belebten Vektoren, in dem Fall die Vögel, können fröhlich übertragen, nein auch alles andere vermeintlich saubere, da eine Desinfektion meist auch unwirksam ist. (s.u.)

Die obige Liste ist sicherlich nicht vollständig, soll sie auch nur aufzeigen, dass keiner davon ausgehen kann, noch nie mit diesen Erregern in Kontakt gekommen zu sein und deswegen auch nicht davon auszugehen ist, dass die eigenen Tiere nicht infiziert sind. Was aber auch dann nicht immer zum “worst case” führen muss. Ja, es gibt diese armen Kreaturen, fast nackt und mit denkbar schlechtem Immunsystem, aber ich habe auch positiv getestete Tiere von verantwortungsbewussten Haltern übernommen, die wunderschön befiedert sind und es ihnen keiner ansehen kann, dass sie Träger dieser Viren sind.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es aber dennoch. Je älter ein Vogel ist, desto geringer ist seine Wahrscheinlichkeit, selbst zu erkranken, da das Immunsystem einfach stabiler ist. Das ist doch eine gute Nachricht für die vorhandenen Vögel bei einer Neuaufnahme oder für den Neuzugang, wenn er ab 3 Jahren in eine bereits infizierten Bestand vermittelt wird.

Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt seinen Neuzugang vorher von einem vogelkundigen Tierarzt testen. Den Vogel bei einem positiven Virennachweis dann aber abzugeben, macht nur Sinn, wenn eine strikte Hygiene eingehalten wurde und kein Luftaustausch, keine Hausschuhe etc. von dem Neuling zu den Altvögeln getragen wurde. In einem Privathaushalt meiner Meinung nach quasi unmöglich.

Da ich schon immer Tiere aus Tierheimen und von Privatleuten übernommen habe, war die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass mein Schwarm ohnehin infiziert ist (wie meiner Meinung nach quasi alle Schwärme). Denn nur ein positiver Virentest ist aussagekräftig, ein negativer nicht. Und viele Tierärzte wissen auch immer noch nicht, wie man korrekt die Proben dafür entnimmt. Abgesehen davon spielt die Sensitivität und die Sensibilität der Tests eine große Rolle. Es wäre für uns Tierärzte ein Traum, wenn jeder Test gleich spezifisch und sensibel wäre. Doch das gibt es nicht. Ein Test ist immer nur sensibel oder spezifisch.

Das meint, dass bei einem spezifischen Test genau der gesuchte Erreger erfasst wird und ein ähnlicher nicht angezeigt wird, weil ja spezifisch gesucht wird. Dafür sinkt dann die Wahrscheinlichkeit, dass ein infiziertes Tier als tatsächlich positiv getestet wird. Denn damit andere ähnliche Erreger kein positives Ergebnis auslösen, leidet die Sensibilität.

Ist ein Test hingegen besonders sensibel, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein infiziertes Tier auch als positiv getestet wird, sehr viel höher. Darunter leidet dann aber die Spezifität. Das meint, dass das Tier vielleicht mit einem genetisch ähnlichen, aber harmlosen Erreger infiziert ist, mit dem gesuchten hingegen nicht, das Ergebnis aber dennoch positiv ist, weil einfach eine ähnliche Proteinstruktur gefunden wurde.

Sinn dieser ganzen naturwissenschaftlichen Ausführung ist es, klarzumachen, dass selbst ein negativ getesteter Schwarm infizierte Trägervögel beinhalten kann.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin nicht dafür, wild Tiere aufzunehmen und somit die Menge der Infizierten zu vergrößern. Dies gilt besonders, wenn eine zukünftige Abgabe nicht ausgeschlossen werden kann. Sei es wegen einer Trennung, Desinteresse an der Tierhaltung, Ärger mit dem Vermieter etc. Sicherlich besteht auch bei mir keine hundertprozentige Sicherheit, doch durften in den 22 Jahren, in denen ich Tiere halte, alle bis an ihr natürliches Ende bleiben.

 

Wo wir uns jetzt so schön wissenschaftlich warmgedacht haben, kommen wir zu den biologischen Hintergründen der Desinfektion:

Beispielweise Circoviren weisen als unbehüllte DNA-Viren eine sogenannte hohe Umwelttenazität auf. Man kann sie nur mit sehr wenigen Desinfektionsmitteln deaktivieren, das heißt, man kann sie sogar über gewaschene Kleidung übertragen. Denn die fehlende Proteinhülle sorgt dafür, dass sie weder durch Tenside (z.B. Waschmittel) noch durch Hitze denaturiert werden können und somit infektiös bleiben.

Lasst uns mit diesem Hintergrundwissen mal einen Tierarztbesuch rekonstruieren:

Gibt es immer die gleichen Handschuhe zum Fangen oder werden Einmalpapierhandtücher verwendet? In welche Box wird der Vogel zum Wiegen gesetzt? Sind das solche Pappboxen oder wird der Vogel mit der Tara-Funktion in der eigenen Box (mit den bestandsspezifischen Erregern) gewogen?

Gibt es für jeden Patienten ein eigenes Wartezimmer oder sitzen doch alle Wartenden recht eng beeinander, dass über Luft und Staub prinzipiell eine Übertragung denkbar wäre? Das nach jedem Einzelnen gründlich desinfiziert wird?

Zieht sich der Tierarzt nach jedem Patienten komplett um und duscht (was ja aber auch nur das Risiko minimieren und nicht eliminieren würde, wie wir gelernt haben…)? Wohl kaum! Somit kann die Übertragung jederzeit und überall stattfinden. Und genau das ist der Grund, warum ich so entspannt geworden bin.

Jetzt nicht mehr zum Tierarzt gehen? Keine gute Idee, denn wie oben angesprochen hatte doch jeder, der ehrlich zu sich ist, irgenwann schonmal Kontakt zu anderen Vögeln. Der Besuch im Zoo? Der Kaffeklatsch bei der Freundin mit den Wellis im Wohnzimmer?

 

Meine persönliche Erfahrung ist:  in meinem Vogelzimmer sitzen einige Kandidaten, die von den Vorbesitzern auf Viren getestet wurden und tatsächlich PBFD positiv sind. Diese Vögel haben ein glänzendes, schillerndes Gefieder und sind putzmunter. Ebenso wie die Vögel, die nicht getestet, äußerlich gesund sind und nun nachweislich Kontakt mit den “Killer”- Circoviren haben.

Ich bin der Meinung, es gibt leider immer mehr Einzelfälle, denen die Viren gehörig zusetzen. Es gibt aber ungleich viele mehr, die lebenslang symptomlos Träger dieser Viren sind (und diese auch ausscheiden!!!) und so von Bestand zu Bestand verbreiten. Denn oft landen “Wanderpokale” bei mir, die hier ein endgültiges Zuhause finden.

Ich lese auch leider oft von Haltern in Vogelgruppen, die ihre Tiere regelmäßig aus den unterschiedlichen Gründen austauschen.

Auch bei den “Züchtern” wird oft “frisches Blut” hereingeholt und haben Sie sich schonmal gefragt, aus wievielen unterschiedlichen Quellen die Tiere in die sicher immer frisch desinfizierten (sicher nicht, warum auch!?) Schaukäfige in den Zoohandlungen gesteckt werden?

 

Mein kritischer Artikel soll dazu ermutigen, sich selbst Gedanken zu machen, genau zu hinterfragen und ein bisschen den Druck, die Angst und den Stress zu nehmen. Aus meinen eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass es mir besser geht, seitdem ich keine Angst mehr haben muss, mir etwas einzuschleppen, weil ich es nachweislich im Bestand habe und bis zum heutigen Tag auch keine negativen Auswirkungen auftraten. Es blieb alles beim Alten und wüsste ich nicht um diese Erkankungen, würde ich davon ausgehen, dass meine Tiere alle “gesund” sind. Und das sind sie doch auch, oder? Denn bei den allerallermeisten ist das Immunsystem stark genug, um die Viren und alles andere in Schach zu halten, wodurch diese Vögel niemals erkranken, sprich nie Symptome auftreten und sie “pumperlgesund” alt werden (abgesehen von den natürlichen Alterserscheinungen und den Folgen der ständigen Inzucht auf Aussehen durch Laien, s.o.).

Persönlich am meisten erstaunt hat mich, dass in Beständen, in denen nachweislich diese nicht zu unterschätzenden Viren ihr Unwesen treiben, junge, gesunde, kräftige Küken geboren werden und auch ohne irgendwelche Probleme nicht nur großwerden, sondern auch alt werden.

Was mich zu dem Gedanken gebracht hat, dass wohl auch jeder “gute Züchter” (kein “Vermehrer”!!!) nicht virenfrei sein wird und durch seinen Verkauf zu einer flächendeckenden Verbreitung beiträgt. Dass immer mehr offensichtlich erkrankte Vögel auf dem Markt auftauchen, leite ich als Folge der zunehmenden Massenproduktion von Wellensittichen ab, die ja seit 2012 in jedem Wohnzimmer und in jedem Hinterhof legal stattfinden kann. Wo mehr Vögel sind, ist es einfach Statistik, dass auch mehr Erkrankte auftreten.

Dazu trägt dann natürlich noch bei, dass einem durch dieses massenhafte Vermehrung Wellensittiche quasi hinterher geworfen werden und sich viele Menschen, diese anspruchsvollen kleinen Papageien unüberlegt anschaffen und schnell wieder weiterreichen und damit auch die Erreger.

Meine Konsequenz aus der ganzen Misere ist, dass bei mir nur noch mindestens zweijährige Vögel einziehen, da sich mit zunehmendem Alter die Infektionswahrscheinlichkeit verringert. Meine Tiere haben bei mir wie bereits erwähnt ohnehin Endplätze, sodass von mir aus zumindest über eine nicht stattfindende Weitervermittlung nichts übertragen werden kann. Zoos und Tierparks meide ich, aber die Übertragung in einer Tierarztpraxis liegt außerhalb meines Kontrollbereiches. Wobei ich auch hier nicht wissen will, was ich mir schon bereits in der Vergangenheit unwissentlich mit nach Hause genommen habe, einfach weil niemand von dieser Problematik wusste und man bei bestimmten Erregern gar nicht von der Möglichkeit einer Übertragung ausging.

Ich mache meinen Tieren jeden Tag auf dieser Erde so schön wie möglich und bin einfach dankbar für jeden Augenblick, den wir gemeinsam haben. Denn fest steht, dass wir alle eines Tages sterben werden. Die Frage ist nur, woran… wir Federlose an den Vogelviren zumindest nicht! 😉

 

 

Bissverletzung

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In diesem Blogartikel geht es um die wichtige Erstversorgung des Vogels nach einem Hunde- oder Katzenbiss. Ich rate ausdrücklich davon ab, sich selbst als “Tierdoktor” zu versuchen, denn ein Biss ist bei einem Vogel (auch bei Wildvögeln!!!) als echter Notfall einzustufen.

Die beste Prophylaxe ist, andere Haustiere und gerade Beutegreifer wie Hunde, Katzen etc. komplett außer Reichweite und Sichtweite der Wellensittiche zu halten.

Meine Hunde bekommen meine Wellensittiche übrigens auch nicht zu Gesicht, denn auch der liebste Hund kann sich mal erschrecken und die Folgen eines versehentlichen Zuschnappens für den Vogel kann sich jeder ausmalen…

Sollte es dennoch einmal passiert sein, muss der Vogel, sofern er noch lebt, innerhalb der nächsten Stunden einem vogelkundigen (!!!) Tierarzt vorgestellt werden. Wellensittiche benötigen oft aufgrund ihrer hohen Körpertemperatur kein Antibiotikum, aber in diesem Fall ist die Gabe über mindestens 5 Tage unerlässlich. Denn in der Maulhöhle von Hunden und Katzen leben für die Wundinfektion bedeutsame Erreger wie Pasteurellen, die im Gewebe gefährliche Infektionen hervorrufen können.

Auch wenn es dem Vogel im ersten Moment gut zu gehen scheint, sollte er dennoch gründlich von einem Tierarzt auf Bissverletzungen überprüft werden und im Zweifelsfall auf jeden Fall ein Antibiotikum bekommen. Die Gabe darf fünf Tage nicht unterschreiten und kann bis auf 14 Tage ausgeweitet werden, weil bei einem zu frühen Abbruch der Gabe entweder die Infektion wie eine Keule zurückkommen kann oder sich Resistenzen ausbilden, die eine zukünftige Behandlung unwirksam machen. Schlägt die Therapie mit dem Antibiotikum nicht an, muss es gegebenfalls gewechselt werden. Eine Tupferprobe aus dem entzündeten Gewebe, die für ein sogenanntes Antibiogramm eingeschickt wird, ist mehr als sinnvoll.

Meinem über 15 Jahre alten Hahn hat das damals das Leben gerettet. Denn seine Wunde heilte nach einer Operation einfach nicht ab und entzündete sich immer wieder und füllte sich mit Eiter. Nach dem Wechsel des Antibiotikums auf Grundlage des Antibiogramms, das die Wirksamkeit der einzelnen Antibiotika-Präparate gegenüber den spezifischen Erregern in der Wunde des Patienten darstellt, lebte er noch fünf Monate bei mir, bevor ich ihn dann aus anderen Gründen erlösen ließ. Und fünf erfüllte Monate können in einem so kurzen Vogelleben verdammt viel Unterschied machen, oder?

Das ist der besagte Hahn nach seiner zweiten Operation, als er schon über zehn Jahre bei mir lebte. <3

Außenvoliere

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Der Monat Juli erscheint mir als der perfekte Monat, um Vögel in eine Außenvoliere einzugewöhnen. Die Tage sind lang, die Nächte warm und so kann auch ein gesunder Vogel aus Wohnungshaltung sich langsam an das Leben an der frischen Luft gewöhnen, bevor der kühle Herbst beginnt.
Frische Luft ist für die Vögel natürlich ebenso gesund wie für uns Menschen. Ein eindeutiger Vorteil, gerade für Tiere mit Atemwegserkrankungen.
Die Sonne ist natürlich auch ein toller Aspekt, wenn man die positiven gesundheitlichen Auswirkungen der UV-Strahlung bedenkt. Mehr dazu hier: https://lebensdienlich.de/vitamin-d-und-calcium/


Viele Wellis lieben es auch, im Regen zu baden, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und im Winter selbst bei größter Kälte im Schnee zu sitzen.
Das hört sich alles wunderbar und tiergerecht an, doch es gibt auch Einiges zu beachten, um die Vögel vor Gefahren zu schützen. Schon der Volierendraht birgt erste Risiken, denn er sollte nicht verzinkt sein, da die Vögel durch eine Aufnahme von Zink sehr krank werden können.
Desweiteren sollte der Boden im Idealfall entweder eine feste Bodenplatte haben oder ein stabiler Draht in einer gewissen Bodentiefe verlegt werden, damit sich keine ungebetenen Gäste wie Marder Zutritt verschaffen können.
Ein im Winter beheizbares und gut isoliertes Schutzhaus sollte ebenfalls eine Selbstverständlichkeit sein.
Meist ist auch ein Windschutznetz oder ähnliches nötig, damit die Vögel nicht permanent Zugluft ausgesetzt sind.
Die Voliere sollte auch, wie ihr Name schon sagt, genügend Raum auch für längere Flugstrecken bieten. Das lastet nicht nur aus und gehört zu den Grundbedürfnissen eines Vogels, sondern dient auch über die Belüftung der Luftsäcke der Gesunderhaltung und im Winter dem Aufrechterhalten der Körpertemperatur. Denn wir wissen ja alle – Bewegung macht warm. 😉
Ebenfalls muss man sich über ein kluges Schleusensystem Gedanken machen, da hier der kleine Freund eben nicht nur ins Nebenzimmer entwischt, wenn er durch die Tür flutscht, sondern sofort ungeschützt den Gefahren außerhalb der Voliere ausgeliefert ist.
Mir ist bis jetzt kein Wellensittich bekannt, der lange Zeit draußen überlebt hätte. Ist er so smart und findet in den Sommermonaten Futter und Wasser zum Überleben, bekommt er spätestens bei Einbruch der Kälte oder durch Greifvogel- oder Katzenkontakt ernsthafte Probleme.

Aber auch in der Voliere lauern Gefahren.
Eine intelligente Lösung zum Schutz vor Wildvogel- und Mäusekot kann unseren Ziervögeln das Leben retten. Denn sie können durch Erreger, die ihren wilden Mitbewohnern kaum schaden, ernsthaft krank werden oder sogar sterben.
Auch wäre es klug, sich über die Nachbarn Gedanken zu machen. Leider fühlen sich manche Menschen durch das Vogelgezwitscher gestört. Meine Wellis legen mit der Dämmerung los, was in den Sommermonaten, wo wir alle gern mit geöffneten Fenstern schlafen, wirklich verdammt früh sein kann.
Ich halte es daher für ratsam, das im Vorfeld mit den Nachbarn abzuklären und sich das Einverständnis schriftlich geben zu lassen.
Eine angebrachte Kamera zur Überwachung (mit Hinweisschild) kann auch abschreckend wirken, sodass auf diese Weise eventuell unschöne Erfahrungen abgewendet werden können.

Nichtsdestotrotz wünsche ich mir auch für meine Vögel für die Zukunft eine Außenvoliere, die ebenerdig über mein Vogelzimmer erreicht werden kann. Das passende Haus dafür muss entweder erst noch gebaut werden oder renoviert werden. 😉
Egal, in meinem Kopf ist es so real, als würde ich mit meinen Tieren schon drin leben. 😍
An dieser Stelle möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die meine Beiträge lesen, Herzen verteilen oder sogar ihre Freunde über das Teilen meiner Beiträge auf meine Arbeit aufmerksam machen! Ihr seid so toll! Danke, dass ihr ein Teil davon seid, meinen Weg zu gehen!

Wieviel Schlaf benötigen Wellensittiche?

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Wenn ich mir meine kleinen Energiebündel so ansehe, wundert es mich immer, dass sie tagsüber nicht mehr schlafen.
Meist genügt ein kleiner Power-Nap und schon geht es wieder weiter.
Bei mir funktioniert das irgendwie nicht! 😂
Diese pure positive Energie ist ein Grund, warum ich die kleinen Lieblinge gerne um mich habe!

Jeder Tag wird mit einer fetten Party gefeiert, weswegen mein Mann unseren Schwarm oft „die wilde Partygang“ nennt!
Um gesund und fit zu bleiben, brauchen unsere Wellensittiche allerdings viel Schlaf. 10 Stunden Dunkelheit in störungsfreier Umgebung sollten nicht unterschritten werden.
Dies ist einer der Gründe, warum ich mir den Traum eines Vogelzimmers erfüllt habe, weil dort nachts niemand mehr rein muss und die Kleinen so genügend erholsamen Schlaf finden können.
Als ich das noch nicht wusste, habe ich auch nachts oft noch in dem Raum gelernt, in dem die Vögel waren. Habe mich gefreut, dass sie mich mit ihrem Gebrabbel auch nachts um eins noch unterhalten.
Einen Gefallen habe ich ihnen damit nicht getan, wenn ich ihnen nicht sogar geschadet habe. :/
Als ich dann erfuhr, wie viel Schlaf die kleinen Energiebündel wirklich benötigen, war ich schockiert und habe ab da ihre Nachtruhe strikt eingehalten und bin ab 20 Uhr nicht mehr in mein Wohnzimmer gegangen, sondern habe stattdessen die Nächte am Küchentisch durch gelernt.
Außerdem habe ich durch die Regelung von Hell- und Dunkelphasen ein wirksames Instrument gegen zu viel Brutigkeit kennengelernt. Im letzten Jahr habe ich dazu viel ausprobiert und mittlerweile einen guten Weg gefunden, dass die Vögel eine möglichst lange Aktivitätsphase haben, ohne den übermäßigen Wunsch zu verspüren, Eltern zu werden.
Dazu verkürze ich den Lichttag seit Herbst langsam auf 12 Stunden, was für unseren Schwarm sehr gut funktioniert und der Tag-Nachtgleiche in Australien auch am ähnlichsten ist. 🙂

Zum Thema Brutigkeit und den damit zusammenhängenden Maßnahmen zur Regulation, empfehle ich euch meinen Blogartikel, den ich kürzlich mit den neuesten Erkenntnissen versehen habe.
https://lebensdienlich.de/brutigkeit-beim-wellensittich-ge…/

Wellensittiche in Paarhaltung oder im Schwarm halten?

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Als Paar glücklich im Schwarm: Henry und Hilde

Noch vor ein paar Jahren sagte ich mit verträumten Blick zu meinem Mann: „Irgendwann möchte ich einmal 20 Wellis haben und die sollen ihr eigenes Zimmer haben.“
Heute ist dieser Traum Realität und trotzdem weiß ich noch, wie es war, als ich 2,3,7 oder später 14 Wellis hatte.
Die Faszination wuchs mit steigender Anzahl der Schwarmmitglieder.
Während zwei oder drei Wellensittiche irgendwie miteinander klarkommen müssen, besteht ab 5 Tieren schon die Möglichkeit, sich seinen Partner gewissermaßen auszusuchen.
Ab 10 Tieren stellte ich dann auch die Bildung von Freundschaften und kleinen Grüppchen fest.
Seitdem ist die Begeisterung für diese Tiere ins Unermessliche gestiegen. Je mehr Wellis in artgerechter, beschäftigungsreicher und natürlich vogelsicher eingerichteten Umgebung gehalten werden, desto mehr ist ihr natürliches Schwarmverhalten zu beobachten.
Ich liebe es, die Interaktionen zu beobachten und wie Streitigkeiten gelöst werden ohne dass es in der Regel zu Verletzungen kommt.
Wie ein Neuankömmling begrüßt wird, er sich langsam in die Gruppe integriert und seinen Charakter entfaltet, ist für mich das Schönste überhaupt in meinem Alltag mit den Wellensittichen.
Erst im Schwarm und durch den Vergleich mit den Verhaltensmuster vieler verschiedener Charaktere wurde mir bewusst, wie einzigartig jede einzelne dieser kleinen Persönlichkeiten ist.
Dass es Wellensittiche gibt, die ihre Partner stets in der gleichen Farbe wählen und andere, die sich eher von dem gleichen Geschlecht
angezogen fühlen. Wieder andere suchen nach Alter oder Handicap aus.
Dies alles habe ich erst gelernt, seitdem ich einen großen Schwarm habe und dadurch die Möglichkeiten hatte, die einzelnen Individuen zu beobachten und kennenzulernen.
Mir ist bewusst, dass nicht jeder die finanziellen und räumlichen Möglichkeiten hat, auf diese Weise Wellensittiche zu halten, jedoch kann ich es jedem empfehlen, dem es möglich ist.
Dazu kommt, dass er damit noch ein gutes Werk tun kann, denn die Zahl der Abgabevögel ist groß. Ich nehme am Liebsten von Privatpersonen auf, denen das Wohl ihres Schützlinges auch weiter wichtig ist oder nehme Wellis auf, die aus den verschiedensten Gründen schon lange im Tierheim sitzen und kaum eine Vermittlungschance haben.
Jedem Wellensittichhalter empfehle ich aber, diese Schwarmtiere nicht in Paarhaltung, sondern zumindest zu viert, besser zu sechst zu halten. Sechs Tiere gelten meines Wissens nach auch noch als normale Anzahl und dürfen deswegen auch in Mietwohnungen gehalten werden. Nichtsdestotrotz würde ich mich in diesem Fall rechtlich absichern und mir von dem Vermieter eine schriftliche Erlaubnis geben lassen. Im Idealfall lässt man diese sich auch von den Nachbarn aushändigen.
Denn es gibt leider Menschen, die sich von Vögeln, die von abends um 9 Uhr bis morgens um 6 Uhr strikte Nachtruhe einhalten, mehr gestört fühlen, als von Kindern, die trampeln, schreien und toben und das gerne auch mal nachts um halb vier.
Ich jedenfalls habe meine Geräusche absorbierenden Kopfhörer in meiner Staatsexamensphase nicht wegen meiner Wellensittiche angeschafft, sondern wegen des tag- und nachtaktiven Kindes in der Wohnung über mir.
Leider wird dies aber in unserer Gesellschaft immer noch mehr geduldet als die Tierhaltung. Deswegen: habt so viele Wellis, wie ihr es leisten könnt, aber sichert euch zum Wohl der Tiere bitte in alle Richtungen ab!

Euthanasie, Erlösen, Einschläfern

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Wir Vogelliebhaber sind uns wohl alle einig, dass Vögel Engel und Kobolde zugleich sind. 😍

Der Buchstabe E soll heute für Engel stehen.

Irgendwann ist es ja leider an der Zeit, Abschied von unseren lieben Wegbegleitern zu nehmen.
Wenn wir merken, dass sie abbauen, ist als letzter Liebesdienst oft nur eine Euthanasie möglich.
Wie jetzt in Würde Abschied nehmen?
Auf eigenem Grund darf man kleine Tiere in einer Tiefe von 70cm oder mehr begraben. Voraussetzung ist, dass sich in unmittelbarer Nähe keine Gewässer befinden.
Aus Tierschutzgründen macht diese Tiefe durchaus Sinn, denn würde beispielsweise eine Katze bei zu geringer Tiefe den Vogel wieder ausgraben, würde das immer noch enthaltene Einschlafmittel bei der Katze zu einem narkoseähnlichen Zustand führen. Wenn dies im Winter geschieht, ist ein Tod durch Unterkühlung für diese Katze durchaus möglich.
Hat man keinen Garten zur Verfügung und auch keine Freunde oder Nachbarn, die einem ein kleines Stückchen Erde zur Verfügung stellen würden, dann bleibt beispielsweise eine Sammel-Einäscherung, wenn man den Vogel dem Tierarzt überlässt.
Meist ist dafür eine kleine Gebühr fällig, die für die sogenannte Tierkörperbeseitigung erforderlich ist. Einfach mal beim eigenen Tierarzt nachfragen.
Ein Ort zum Gedenken bleibt dann aber leider nicht. Dafür gibt es spezielle Tierfriedhöfe oder Tierbestattungsinstitute, die auch Urnen für Zuhause zum Aufstellen oder sogar Schmuckstücke anbieten, die mit ein wenig Asche befüllt werden können.
Auf welche Weise man Abschied nehmen möchte und welchen Aufwand man dafür betreibt, hängt natürlich stark von der eigenen Persönlichkeit und Einstellung ab.
Ich habe das Glück, dass ich bis jetzt alle meine Wellensittiche selbst in der Erde bestatten konnte. Ich verwende dazu gerne kleine unbehandelte Holzkisten und lege meist noch ein paar Blüten mit hinein.
Momentan befindet sich auf meiner Grabstelle ein LED-Grablicht, das ich immer einschalte, wenn meine Trauer mal wieder besonders groß ist oder ich meinen Tieren ein Zeichen setzen will, dass ich sie nicht vergessen habe.

Ich habe heute dieses traurige Thema gewählt, da mein subjektiver Eindruck ist, dass die kleinen Kobolde besonders häufig in der dunklen Jahreszeit gehen. Vielleicht liegt es bei mir daran, dass v.a. alte und chronisch kranke Vögel bei mir leben, die im Sommer meist nochmal aufblühen und im Winter stark abbauen.

Ich habe in diesen Tagen das traurige Jubiläum des 40. Begräbnisses in meiner bald 17jährigen Wellensittichhaltung gefeiert.
So traurig wie das ist, bin ich doch voller Dankbarkeit, da ich jedem dieser ehemaligen Abgabe- und Tierschutzvögel ein besseres Leben bieten konnte, ihr Aufblühen im Schwarm miterleben durfte und jeden Tag mein Bestes für sie gegeben habe.
Außerdem habe ich von jedem Einzelnen viel über Haltung, Verhalten und Krankheitssymptome gelernt. Erfahrungen, die ich dadurch an euch weitergeben kann und von denen möglichst viele lebenden Vögel profitieren sollen.

Auf dem Foto hat sich Korbinian als Engelsmodell zur Verfügung gestellt! Als ich diesen Schnappschuss auf meiner Kamera entdeckte, musste ich herzhaft über diesen plüschigen und kompakten Welli-Engel lachen. Seitdem stelle ich mir genau so meinen bunten Schwarm da oben vor, der sich bestimmt auch mit euren schon vorausgegangenen Schützlingen vermischt! 🌺🌹❤️

Vitamin D und Calcium

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Vitamin D ist unter anderem wichtig für einen gesunden Calciumhaushalt.
Dieser gerät bei brutigen Hennen, aber auch bei Hähnen mit erhöhten Östrogenwerten, wie sie bei Hodentumoren vorkommen können, leicht aus den Fugen.
Der Körper setzt dann unter Östrogenwirkung mehr Calcium aus den Knochen frei. Das kann lang andauernd v.a. bei erfolgter Eiablage zu einer Schwächung des gesamten Vogelorganismus kommen. Vielen Vögeln geht es dann sehr schlecht, da der Knochen durch den Entzug von Calcium weicher wird und die Verschiebungen auf die Knochenhaut unvorstellbare Schmerzen verursachen können.
Außerdem führt eine vermehrte Östrogenwirkung zu Wassereinlagerungen im Körper. Wenn diese Ödeme z.B. in der Lunge auftreten, bekommen die Vögel Atemnot.
Bei Hähnen mit einem Sertolizell-Hodentumor können diese Symptome durch einen Hormonchip gelindert werden. Bei meinem Pauli habe ich da gute Erfahrungen gemacht.

Egal, ob Hahn oder Henne kann man über Haltung und Fütterung aber Einiges tun, um den Vogelorganismus VOR solchen Extrem-Zuständen in einem guten Ausgangszustand zu halten.

Golliwoog z.B. ist sehr mineralstoffreich, sodass dem Körper benötigte Mineralstoffe zugeführt werden können. Dennoch gilt auch hier, alles Gute in Maßen, da zu viel auch Brutigkeit fördern kann.

Eine Tatsache sollte man auf jeden Fall berücksichtigen: ohne Vitamin D kann der Körper auch noch so viel zugeführtes Calcium nicht aufnehmen. Deswegen sind korrekt angebrachte und regelmäßige getauschte Birdlamps so wichtig, denn das Vitamin D wird wiederum nur durch UV-Strahlung gebildet. Fensterglas lässt diese Strahlung nicht hindurch, sodass man bei Vögeln in Innenhaltung auf diese speziellen flackerfreien Vogellampen zurückgreifen sollte.
Ihr seht schon, dieses Thema ist sehr komplex, deswegen findet ihr weitere Blogartikel unter
https://lebensdienlich.de/golliwoog-vermehren/
und
https://lebensdienlich.de/brutigkeit-beim-wellensittich-ge…/

 

Allgemeine Untersuchung, Eingangscheck, Eingangsuntersuchung

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Meiner Meinung nach gehört zu jeder Aufnahme eines neuen Schwarmmitgliedes eine gründliche Untersuchung des Neulings durch einen vogelkundigen erfahrenen Tierarzt.
Der Tierarzt sieht sich dabei Augen, Schnabel, Wachshaut, Schleimhäute und Gefieder an. Er begutachtet die Flügel und die Ständer, betastet Bauch und Brustbein und dokumentiert jede kleine Auffälligkeit.
Viele halten den Wellensittich auch nahe an ihr Ohr um Abweichungen bei Herzschlag und Atmung festzustellen. Daher empfiehlt es sich, in dieser Situation nicht direkt irgendwelche Fragen zu stellen, damit sich der Untersucher voll und ganz auf diese leisen Geräusche konzentrieren kann.
Desweiteren wird das Gewicht ermittelt und es werden diverse Abstriche von Kropf und Kot angefertigt. Es empfiehlt sich in jedem Fall eine Sammelkotprobe, da z.B. Wurmeier nicht täglich ausgeschieden werden müssen und somit die Wahrscheinlichkeit des Nachweises steigt, wenn an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen gesammelt und luftdicht, kühl und dunkel gelagert wird.
Ob weitere Abstriche und Untersuchungen erfolgen, hängt von der ganz persönlichen Situation ab. Hier sollte man sich individuell von seinem Vogeltierarzt des Vertrauens beraten lassen und den Eingangscheck maßgeschneidert auf den eigenen Schwarm unter Berücksichtigung aller Faktoren wie z.B. das Alter des Einzelvogels um die ein oder andere Untersuchung erweitern.
Meine Standarduntersuchungen, die ich immer durchführen lasse, findet ihr hier in meinem Blogartikel:
https://lebensdienlich.de/eingangsuntersuchung-tupferproben/

Wen das Thema Circoviren etc. noch mehr interessiert, wird hier fündig. Ich habe darüber einen langen Bericht geschrieben. https://lebensdienlich.de/polyoma-circo-und-co/

Bezoar, Fremdkörper, Fasern

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Bezoare sind Ansammlungen von Fremdmaterial im Verdauungstrakt. Beim Wellensittich sind diese eigentlich immer im Kropf zu finden.
Leider entstehen Bezoare aus Materialien, die uns Menschen viel Freude für‘s Auge und den Vögeln für den Schnabel machen.
Das sind z.B. Baumwollseile, die man zum Anschrauben fürs Käfiggitter kaufen kann, aber auch beliebte Naturseile wie Sisal und Kokos. Einer meiner Hennen wurden die Hanfmatten auf der Voliere zum Verhängnis, die ich danach natürlich für immer aus dem Bereich der Vögel verbannte.
Denn die Vögel können immer wieder einzelne Fasern verschlucken, wenn sie die Materialien mit dem Schnabel bearbeiten. Für schredderfreudige Tiere sind da besser unbedruckte, saubere Pappen, Packpapier oder Kork geeignet. Achtung, letzteres nur in Maßen, da das Schreddern von Kork die Brutigkeit stimulieren kann und das unter anderem zu Rivalitäten zwischen sonst befreundeten Tieren kommen kann.
Wenn über längere Zeit immer wieder Fasern abgeschluckt werden, bilden sich im Kropf feste Anballungen, die den weiteren Verdauungsweg nicht passieren und sogar einschränken können.
Eine üble Begleiterscheinung dessen ist es, dass dieses unverdauliche Material mit dem Speisebrei zu gären beginnt und dabei Giftstoffe entstehen können, die den Vogel schwer krank machen können.
Aus diesem Grund bastele ich mein Spielzeug nur aus unbehandelten Natur-Lederschnüren, Seegras, Seglerseil, Edelstahlketten oder Stahlseilen. Man sollte unbedingt darauf achten, dass man keine verzinkten Ketten erwischt, da dies zu lebensbedrohlichen Zinkvergiftungen bei Papageienvögeln führen kann.
Jedes Material hat natürlich seine Vor- und Nachteile, aber ich wähle zumindest diejenigen, die meiner Meinung nach das geringste Risiko bergen.