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Tierarztbesuche im Winter

In den letzten Tagen war ich wieder oft beim Tierarzt. Ich warte gerne im Auto, wenn es die Temperaturen zulassen und wurde dort Zeuge einiger unschöner Situationen, die ich euch gerne schildern wollte.
Es fing damit an, dass ein Mann mit einem Standardkäfig auf dem Arm aus der Tür kam. Es war an dem Tag regnerisch und ein kalter Wind blies. Während der Mann in seine warme Jacke gepackt war, waren die Vögel der Witterung schonungslos ausgesetzt.
Der Käfig war für die Haltung von Wellensittichen völlig ungeeignet und doch leider erkennbar ihr alltägliches Zuhause. Der obligatorische Spiegel durfte auch nicht fehlen, obwohl der längst als tierschutzwidrig eingestuft ist, weil er neben Verhaltensstörungen auch zu gefährlichen Kropfentzündungen durch die ständigen erfolglosen Fütterungsversuche führen kann.

Kurz darauf das gleiche Bild. Diesmal mit zwei Nymphensittichen, die immerhin nicht dauerhaft in diesem Käfig untergebracht zu sein schienen. Die Frau hatte etwa 50 Meter entfernt vom Praxiseingang geparkt und schien auf dem Rückweg sichtlich überfordert.
Mein Mann stieg aus und bot ihr Hilfe an, nachdem sie den Käfig einfach fallengelassen hatte und dieser wie durch ein Wunder nicht aufgesprungen war. Sie stand etwa eine Minute neben dem Käfig und schaute sehr ungläubig ob der Tatsache, dass dieser nun neben ihr auf dem Boden stand. Hilfe wollte sie dennoch nicht.
Im Zeitlupentempo ging sie (ebenfalls schön warm angezogen) zu ihrem Auto. Stellte dort den Käfig ab und ging mehrere Male um ihr Auto. Öffnete die Tür, schloss sie wieder. Irgendwann entschied sie, die Vögel auf den Beifahrersitz zu stellen.
Eine für mich schier unerträgliche Zeit verging, bis sie die Vögel endlich im Wagen platzierte und die Tür schloss. Die Tiere waren nun zwar weiter Kälte, aber wenigstens nicht mehr diesem ekligen Wind ausgesetzt.
Ich hoffe sehr, dass die Beiden durch die Kälte und die Zugluft keinen Schaden genommen haben. Einen Grund wird es ja gehabt haben, dass sie mit ihnen zum Tierarzt ging und diese Prozedur hat ihnen bestimmt nicht zur schnellen Genesung verholfen.
Selbst in dem Fall einer Eingangsuntersuchung hat diese Erfahrung den Tieren zusätzlich zu dem unvermeidbaren Stress sicherlich nicht gut getan.

Auch der Beifahrersitz ist übrigens denkbar ungeeignet, um Tiere zu transportieren. Im Falle eines Unfalls zerdrückt der Airbag die Tiere oder sie können ernsthaft verletzt werden durch zersplitterte Teile des Transportbehältnisses.
Meine Vögel reisen deswegen entweder gut gegen Verrutschen gesichert im Kofferraum oder auf der Rückbank auf der rechten Seite in Fahrtrichtung, da dies statistisch gesehen der sicherste Platz im Auto ist.

Die normalen Käfige sind für den Transport aber auch an sich nicht sonderlich gut geeignet.
Mal abgesehen davon, dass der Tierarzt in diesen fehlkonstruierten Gitterknasten nicht gut fangen kann, bergen Einrichtungsgegenstände große Verletzungsgefahr.
Baumelnde Sachen wie Spielzeug oder Schaukeln können den Vogel durch die Erschütterungen bei der Fahrt nicht nur sehr verängstigen, sondern auch verletzen.
Kann man den Vogel definitiv nicht anders transportieren, sollten diese Dinge auf jeden Fall entfernt werden.

Sand auf dem Käfigboden bietet sich ebenfalls nicht an. Zum einen können die Käfige aufgrund der Form der Autositze nicht wirklich gerade gestellt werden, wodurch Sand auf den Sitzen vorprogrammiert ist, zum anderen kann der Tierarzt einen durch Sand verunreinigten Kot nur sehr schwer unter dem Mikroskop auf Bakterien oder Parasiten untersuchen.
Küchenrolle, Krepppapier oder wie es in den unterschiedlichen Gegenden Deutschlands auch genannt wird, sind die beste Alternative.
Der Kot kann dort leicht mit einem Tupfer entnommen werden und ist frei von Verunreinigungen.
Auf Zeitungspapier würde ich aufgrund der Druckerschwärze auch verzichten.

Es gibt auch Plastiktransportboxen in ovaler Form mit durchsichtigem Deckel, die für den Transport von Nagern meiner Meinung nach optimal geeignet sind.
Für den Transport von Vögeln finde ich sie ungeeignet, weil man von oben reingreifen muss und die Gefahr des Entwischens nicht nur beim Fallenlassen der Box groß ist.
Ich verwende diese Boxen gar nicht mehr, seitdem sich zwei meiner Hennen bei dem Versuch nach oben zu klettern, in den Belüftungsschlitzen verfangen haben und sich dabei die Krallen heftig verletzt haben. Eine Erfahrung, die ich niemandem wünsche.

Ich nehme am Liebsten faltbare Nylon-Transportboxen.
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Diese sind extrem leicht, bei Nichtbenutzung sehr platzsparend zu verstauen und durch eine Beschichtung sehr leicht zu reinigen.
Ich brause sie nach jedem Tierarztbesuch unter dem Massagestrahl sehr heiß in der Badewanne ab und lasse sie gut durchtrocknen.
Die Grundfläche ist optimal, um dort ein Blatt Küchenrolle reinzulegen. Eine Sitzstange, die sich sehr leicht und sicher befestigen lässt, ist im Lieferumfang enthalten.
Mit einer leckeren Hirse und etwas Golliwoog sind wir abfahrtsbereit.
Die Box lässt sich durch einen Reißverschluss öffnen und schließen, sodass selbst im Falle eines Herunterfallens diese nicht aufspringen kann.
Diese Angst habe ich immer bei den normalen Gittertransportboxen gehabt, weswegen ich da die Öffnung immer mit einem Kabelbinder zusätzlich verschlossen habe.
Werden Vögel wirklich in Käfigen transportiert, dann bitte nicht oben tragen, sondern nur von unten an der Bodenschale. Wie leicht oben der Griff abfallen kann, lernte die oben beschriebene Nymphensittichhalterin.
Aber auch die Clips zur Befestigung des Gitters an der Bodenschale können leicht aufgehen und die Gefahr des Entfliegens ist groß.

Ein weiterer Vorteil der Nylonboxen, die ich verwende ist auch, dass man unter den Boden leicht eine handelsübliche Wärmflasche legen kann und diese trotzdem sicher steht.
Gerade bei diesen winterlichen Temperaturen sorgt diese Maßnahme zusammen mit einer kuscheligen Decke über der Box für etwas Ruhe und Behaglichkeit.
Die Grundform der Box, die wie eine schützende Höhle geformt ist, hilft dabei. Durch das Nylonmaterial können die Vögel nirgends mit den Flügeln hängenbleiben und sich verletzen, was bei den Gitterkäfigen bei einem panischen Vogel durchaus passieren kann.

Ich persönlich finde, dass man die Vögel darin auch super leicht fangen kann, das ist aber vielleicht Geschmacksache.
Ich möchte jedenfalls auf meine Boxen nicht mehr verzichten und bin dem Menschen, der diese entwickelt hat, von Herzen dankbar!

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