Euthanasie, Erlösen, Einschläfern

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Wir Vogelliebhaber sind uns wohl alle einig, dass Vögel Engel und Kobolde zugleich sind. 😍

Der Buchstabe E soll heute für Engel stehen.

Irgendwann ist es ja leider an der Zeit, Abschied von unseren lieben Wegbegleitern zu nehmen.
Wenn wir merken, dass sie abbauen, ist als letzter Liebesdienst oft nur eine Euthanasie möglich.
Wie jetzt in Würde Abschied nehmen?
Auf eigenem Grund darf man kleine Tiere in einer Tiefe von 70cm oder mehr begraben. Voraussetzung ist, dass sich in unmittelbarer Nähe keine Gewässer befinden.
Aus Tierschutzgründen macht diese Tiefe durchaus Sinn, denn würde beispielsweise eine Katze bei zu geringer Tiefe den Vogel wieder ausgraben, würde das immer noch enthaltene Einschlafmittel bei der Katze zu einem narkoseähnlichen Zustand führen. Wenn dies im Winter geschieht, ist ein Tod durch Unterkühlung für diese Katze durchaus möglich.
Hat man keinen Garten zur Verfügung und auch keine Freunde oder Nachbarn, die einem ein kleines Stückchen Erde zur Verfügung stellen würden, dann bleibt beispielsweise eine Sammel-Einäscherung, wenn man den Vogel dem Tierarzt überlässt.
Meist ist dafür eine kleine Gebühr fällig, die für die sogenannte Tierkörperbeseitigung erforderlich ist. Einfach mal beim eigenen Tierarzt nachfragen.
Ein Ort zum Gedenken bleibt dann aber leider nicht. Dafür gibt es spezielle Tierfriedhöfe oder Tierbestattungsinstitute, die auch Urnen für Zuhause zum Aufstellen oder sogar Schmuckstücke anbieten, die mit ein wenig Asche befüllt werden können.
Auf welche Weise man Abschied nehmen möchte und welchen Aufwand man dafür betreibt, hängt natürlich stark von der eigenen Persönlichkeit und Einstellung ab.
Ich habe das Glück, dass ich bis jetzt alle meine Wellensittiche selbst in der Erde bestatten konnte. Ich verwende dazu gerne kleine unbehandelte Holzkisten und lege meist noch ein paar Blüten mit hinein.
Momentan befindet sich auf meiner Grabstelle ein LED-Grablicht, das ich immer einschalte, wenn meine Trauer mal wieder besonders groß ist oder ich meinen Tieren ein Zeichen setzen will, dass ich sie nicht vergessen habe.

Ich habe heute dieses traurige Thema gewählt, da mein subjektiver Eindruck ist, dass die kleinen Kobolde besonders häufig in der dunklen Jahreszeit gehen. Vielleicht liegt es bei mir daran, dass v.a. alte und chronisch kranke Vögel bei mir leben, die im Sommer meist nochmal aufblühen und im Winter stark abbauen.

Ich habe in diesen Tagen das traurige Jubiläum des 40. Begräbnisses in meiner bald 17jährigen Wellensittichhaltung gefeiert.
So traurig wie das ist, bin ich doch voller Dankbarkeit, da ich jedem dieser ehemaligen Abgabe- und Tierschutzvögel ein besseres Leben bieten konnte, ihr Aufblühen im Schwarm miterleben durfte und jeden Tag mein Bestes für sie gegeben habe.
Außerdem habe ich von jedem Einzelnen viel über Haltung, Verhalten und Krankheitssymptome gelernt. Erfahrungen, die ich dadurch an euch weitergeben kann und von denen möglichst viele lebenden Vögel profitieren sollen.

Auf dem Foto hat sich Korbinian als Engelsmodell zur Verfügung gestellt! Als ich diesen Schnappschuss auf meiner Kamera entdeckte, musste ich herzhaft über diesen plüschigen und kompakten Welli-Engel lachen. Seitdem stelle ich mir genau so meinen bunten Schwarm da oben vor, der sich bestimmt auch mit euren schon vorausgegangenen Schützlingen vermischt! 🌺🌹❤️