Aufrufe: 20

Der Legedarm wird schon im Embryo im Ei angelegt und befindet sich zunächst paarig angelegt auf der linken und der rechten Seite des Körpers, da er sich aus dem sogenannten Müllerschen Gang entwickelt.
Die rechte Seite wird dann aber recht schnell wieder zurückentwickelt, sodass auch schon beim frisch geschlüpften Küken der Legedarm nur noch auf der linken Seite zu finden ist.
Diese Information kann bei der Beurteilung eines Röntgenbildes sehr hilfreich sein, da der Legedarm in der hormonell aktiven Phase sich um ein Vielfaches vergößern kann und somit andere Organe von ihrem eigentlichen Platz zeitweise verdrängen kann.
Dies kann aufgrund des fehlenden Zwerchfells sogar schlimmstenfalls zu Atemnot führen. Aber auch nach unten in Richtung Darm kann es zu Passagestörungen führen, weswegen brutige Hennen oft seltener, dafür riesige angeschoppte Mengen Kot absetzen, weil der hormonell bedingt voluminöse Legedarm auf den Verdaaungstrakt drückt und der Speisebrei zum Teil nur verzögert weitertransportiert wird.
Ist dann noch die Leber vergrößert, wie es bei vielen Wellensittichen der Fall ist, kann es durch starkes Pressen zu einem Schleimhautvorfall aus der Kloake kommen.
Dies stellt einen echten medizinischen Notfall dar, da die Schleimhaut sehr schnell außerhalb des Körpers abstirbt und sofort wieder reponiert, sprich zurückgeschoben, werden muss.
Dabei ist auch abzuklären, ob vielleicht bereits ein Ei angebildet wurde und ob zusätzlich eine Legenot vorliegt. Dies ist immer ein medizinischer Notfall, der gegebenfalls auch operiert werden muss, wenn der Vogel es binnen 24h nicht schafft, das Ei 🥚 zu legen.
Denn Wellensittiche legen für gewöhnlich alle 48h ein Ei. Ist ein beschaltes Ei zu fühlen, sollte dieses zeitnah gelegt werden. Calciuminfusionen, Wärme und Ruhe können dabei helfen. Zeigt diese sogenannte konservative Therapie keinen Erfolg, muss das Ei chirurgisch entfernt werden, da die Henne über das ständige Pressen schnell erschöpft oder das im Körper verbleibende Ei, v.a. wenn es beschädigt ist, zu starken Vergiftungserscheinungen führen kann, weil durch den Verderbnisprozess viele Toxine (Giftstoffe) im Körper entstehen.
Ich habe es übrigens noch nie erlebt, dass beschädigte oder unzureichend beschalte Eier auf dem natürlichen Weg gelegt werden konnten. Hier gilt es besonders, rechtzeitig mit einer Not-OP einzugreifen, bevor der Vogel zu geschwächt ist und das Narkoserisiko ins Unermessliche steigt.
Ob das Ei beschädigt ist, sollte also vor einem konservativen Therapieversuch abgeklärt werden.

Zum Weiterlesen findet ihr vorbeugende Maßnahmen zur Brutigkeit hier auf meinem Blog und immer wieder in meinen Beiträgen auf Facebook und Instagram eingebaut.

Category
Tags
No Tag

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.