Operationen

Aufrufe: 0

Chirurgischer Eingriff (Operation)

Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen, da ich den Eindruck habe, dass viele Halter aus Angst um ihre Lieblinge wichtige lebensrettende Maßnahmen nicht durchführen lassen. 🤒
Ich betone das deshalb, weil ich schon oft eine OP als letzte rettende Chance mit sehr fraglichem Ausgang angegangen bin und sie wider Erwartens erfolgreich war und dem Vogel eine qualitative Verlängerung seiner Lebenszeit beschert hat.
Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass so mancher Vogel den Kampf dennoch verloren hat. Nichtsdestotrotz bin ich froh, es gewagt zu haben und damit die Gewissheit zu haben, meinem Schutzbefohlenen jede Chance auf eine Genesung ermöglicht zu haben.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Eingriff ist natürlich ein erfahrener, vogelkundiger (!!!) Tierarzt, der nicht nur handwerkliches Geschick für diese winzigen Patienten mitbringt, sondern auch Know-How für Vogelnarkosen, die mit denen von Säugern nicht vergleichbar sind.
Meine Lou war aber das beste Beispiel, dass sich jeder Versuch lohnt, wenn es auch nur eine geringe Chance auf Genesung gibt. Bei ihr hatten weder die Vogeltierärztin noch ich an einen positiven Ausgang geglaubt und Lou hat uns vom Gegenteil überzeugt! 😍

Der richtige Standort

Aufrufe: 17

Der richtige Standort für den Käfig

Mir liegt das Thema besonders am Herzen, weil ich früher selbst viele Fehler gemacht habe, ich aber das Glück hatte, dass meine Vögel überlebt haben.
Und das ist bei der Küchenhaltung keineswegs selbstverständlich.
Vögel haben in Küchen absolut nichts verloren, da die Dämpfe von beschichteten Pfannen oder Backblechen einen qualvollen Erstickungstod innerhalb weniger Minuten hervorrufen können.
Die Berichte betroffener Halter, die nur völlig hilflos zusehen können, haben mich immer sehr traurig gemacht.
Es wurde auch berichtet, dass selbst kleinste Rückstände beispielsweise von Reinigungsmitteln wie Backofenreiniger ebenfalls zu einem schnellen Tod zuvor gesunder Vögel geführt hätten.
Mal abgesehen von diesen worst-case Szenarien ist die Küche für die Vögel auch überhaupt nicht schön.
Die zum Teil fettigen und intensiven Gerüche beim Kochen und Essen sind nichts für die frischluftliebenden Tiere.
Von Gefahren wie heiße Herdplatten, gefüllte Spülbecken etc. will ich gar nicht reden.
Und ich persönlich möchte auch in dem Raum, in dem ich meine Speisen zubereite, aus hygienischer Sicht keine Vögel haben. Vögel sind nicht stubenrein und lassen ihre Ausscheidungen überall falllen. Auch Gefiederstaub oder sogar Daunenfedern möchte ich nicht mitessen. Ich liebe meine Tiere, aber das geht mir dann aus hygienischer Sicht zu weit.
Doch ich finde, dass allein die Gründe aus Vogelsicht ausreichen, dass klar wird, dass jeder Raum in der Wohnung besser geeignet ist als die Küche!!!

Wichtig ist auch, die Vögel keiner direkten Sonne oder warmer Heizungsluft auszusetzen. Vor allem, wenn diese nicht ausweichen können, weil sie in einem Käfig oder einer Voliere eingesperrt sind.

Ist die Raumluft sehr trocken, kann ein Luftbefeuchter oder ein Luftreiniger mit Befeuchtungsfunktion Abhilfe schaffen. Ansonsten sind auch flache Tonschalen auf der Heizung geeignet, um die Luftfeuchte zumindest nicht so weit absinken zu lassen, dass die Schleimhäute austrocknen. Denn diese bieten nur einen wirksamen Schutz gegen Infektionen, wenn sie ausreichend feucht sind.

Wall-E, mein Luftreiniger mit Befeuchtungs-Funktion

Für den so wichtigen Schlaf der Wellensittiche ist auch ein Raum als Standort sinnvoll, in dem die Wellensittiche am Abend nicht mehr durch Lichtflackern wie z.B. durch einen Fernseher oder Geräusche gestört werden. Denn Schlafmangel ist bei Wellensittichen genauso schädlich wie bei uns Menschen.

Selbstverständlich sollte es mittlerweile sein, dass Beutegreifer keinen Kontakt (auch nicht in Sichtweite) zu den Wellensittichen haben sollten. Denn dies bedeutet für die kleinen Sittiche als Fluchttiere, dass sie im Dauerstress leben müssen. Ich habe einmal zwei Wellensittiche übernommen, die als einzige aus einem größeren Schwarm überlebt haben. Auf deren Zimmervoliere lungerten nämlich nach einem Umzug die Hauskatzen, was die meisten Vögel nicht überlebten. Lediglich Käpt´n ist aus dieser Haltung noch übrig geblieben. Dieses Einbein lebt dafür aber sehr glücklich seit fast zwei Jahren in meinem Schwarm.

Käpt´n

Der richtige Transport

Aufrufe: 14

Tierarztbesuche im Winter

In den letzten Tagen war ich wieder oft beim Tierarzt. Ich warte gerne im Auto, wenn es die Temperaturen zulassen und wurde dort Zeuge einiger unschöner Situationen, die ich euch gerne schildern wollte.
Es fing damit an, dass ein Mann mit einem Standardkäfig auf dem Arm aus der Tür kam. Es war an dem Tag regnerisch und ein kalter Wind blies. Während der Mann in seine warme Jacke gepackt war, waren die Vögel der Witterung schonungslos ausgesetzt.
Der Käfig war für die Haltung von Wellensittichen völlig ungeeignet und doch leider erkennbar ihr alltägliches Zuhause. Der obligatorische Spiegel durfte auch nicht fehlen, obwohl der längst als tierschutzwidrig eingestuft ist, weil er neben Verhaltensstörungen auch zu gefährlichen Kropfentzündungen durch die ständigen erfolglosen Fütterungsversuche führen kann.

Kurz darauf das gleiche Bild. Diesmal mit zwei Nymphensittichen, die immerhin nicht dauerhaft in diesem Käfig untergebracht zu sein schienen. Die Frau hatte etwa 50 Meter entfernt vom Praxiseingang geparkt und schien auf dem Rückweg sichtlich überfordert.
Mein Mann stieg aus und bot ihr Hilfe an, nachdem sie den Käfig einfach fallengelassen hatte und dieser wie durch ein Wunder nicht aufgesprungen war. Sie stand etwa eine Minute neben dem Käfig und schaute sehr ungläubig ob der Tatsache, dass dieser nun neben ihr auf dem Boden stand. Hilfe wollte sie dennoch nicht.
Im Zeitlupentempo ging sie (ebenfalls schön warm angezogen) zu ihrem Auto. Stellte dort den Käfig ab und ging mehrere Male um ihr Auto. Öffnete die Tür, schloss sie wieder. Irgendwann entschied sie, die Vögel auf den Beifahrersitz zu stellen.
Eine für mich schier unerträgliche Zeit verging, bis sie die Vögel endlich im Wagen platzierte und die Tür schloss. Die Tiere waren nun zwar weiter Kälte, aber wenigstens nicht mehr diesem ekligen Wind ausgesetzt.
Ich hoffe sehr, dass die Beiden durch die Kälte und die Zugluft keinen Schaden genommen haben. Einen Grund wird es ja gehabt haben, dass sie mit ihnen zum Tierarzt ging und diese Prozedur hat ihnen bestimmt nicht zur schnellen Genesung verholfen.
Selbst in dem Fall einer Eingangsuntersuchung hat diese Erfahrung den Tieren zusätzlich zu dem unvermeidbaren Stress sicherlich nicht gut getan.

Auch der Beifahrersitz ist übrigens denkbar ungeeignet, um Tiere zu transportieren. Im Falle eines Unfalls zerdrückt der Airbag die Tiere oder sie können ernsthaft verletzt werden durch zersplitterte Teile des Transportbehältnisses.
Meine Vögel reisen deswegen entweder gut gegen Verrutschen gesichert im Kofferraum oder auf der Rückbank auf der rechten Seite in Fahrtrichtung, da dies statistisch gesehen der sicherste Platz im Auto ist.

Die normalen Käfige sind für den Transport aber auch an sich nicht sonderlich gut geeignet.
Mal abgesehen davon, dass der Tierarzt in diesen fehlkonstruierten Gitterknasten nicht gut fangen kann, bergen Einrichtungsgegenstände große Verletzungsgefahr.
Baumelnde Sachen wie Spielzeug oder Schaukeln können den Vogel durch die Erschütterungen bei der Fahrt nicht nur sehr verängstigen, sondern auch verletzen.
Kann man den Vogel definitiv nicht anders transportieren, sollten diese Dinge auf jeden Fall entfernt werden.

Sand auf dem Käfigboden bietet sich ebenfalls nicht an. Zum einen können die Käfige aufgrund der Form der Autositze nicht wirklich gerade gestellt werden, wodurch Sand auf den Sitzen vorprogrammiert ist, zum anderen kann der Tierarzt einen durch Sand verunreinigten Kot nur sehr schwer unter dem Mikroskop auf Bakterien oder Parasiten untersuchen.
Küchenrolle, Krepppapier oder wie es in den unterschiedlichen Gegenden Deutschlands auch genannt wird, sind die beste Alternative.
Der Kot kann dort leicht mit einem Tupfer entnommen werden und ist frei von Verunreinigungen.
Auf Zeitungspapier würde ich aufgrund der Druckerschwärze auch verzichten.

Es gibt auch Plastiktransportboxen in ovaler Form mit durchsichtigem Deckel, die für den Transport von Nagern meiner Meinung nach optimal geeignet sind.
Für den Transport von Vögeln finde ich sie ungeeignet, weil man von oben reingreifen muss und die Gefahr des Entwischens nicht nur beim Fallenlassen der Box groß ist.
Ich verwende diese Boxen gar nicht mehr, seitdem sich zwei meiner Hennen bei dem Versuch nach oben zu klettern, in den Belüftungsschlitzen verfangen haben und sich dabei die Krallen heftig verletzt haben. Eine Erfahrung, die ich niemandem wünsche.

Ich nehme am Liebsten faltbare Nylon-Transportboxen.
[http://lebensdienlich.de/Vogeltransporttasche]*
Diese sind extrem leicht, bei Nichtbenutzung sehr platzsparend zu verstauen und durch eine Beschichtung sehr leicht zu reinigen.
Ich brause sie nach jedem Tierarztbesuch unter dem Massagestrahl sehr heiß in der Badewanne ab und lasse sie gut durchtrocknen.
Die Grundfläche ist optimal, um dort ein Blatt Küchenrolle reinzulegen. Eine Sitzstange, die sich sehr leicht und sicher befestigen lässt, ist im Lieferumfang enthalten.
Mit einer leckeren Hirse und etwas Golliwoog sind wir abfahrtsbereit.
Die Box lässt sich durch einen Reißverschluss öffnen und schließen, sodass selbst im Falle eines Herunterfallens diese nicht aufspringen kann.
Diese Angst habe ich immer bei den normalen Gittertransportboxen gehabt, weswegen ich da die Öffnung immer mit einem Kabelbinder zusätzlich verschlossen habe.
Werden Vögel wirklich in Käfigen transportiert, dann bitte nicht oben tragen, sondern nur von unten an der Bodenschale. Wie leicht oben der Griff abfallen kann, lernte die oben beschriebene Nymphensittichhalterin.
Aber auch die Clips zur Befestigung des Gitters an der Bodenschale können leicht aufgehen und die Gefahr des Entfliegens ist groß.

Ein weiterer Vorteil der Nylonboxen, die ich verwende ist auch, dass man unter den Boden leicht eine handelsübliche Wärmflasche legen kann und diese trotzdem sicher steht.
Gerade bei diesen winterlichen Temperaturen sorgt diese Maßnahme zusammen mit einer kuscheligen Decke über der Box für etwas Ruhe und Behaglichkeit.
Die Grundform der Box, die wie eine schützende Höhle geformt ist, hilft dabei. Durch das Nylonmaterial können die Vögel nirgends mit den Flügeln hängenbleiben und sich verletzen, was bei den Gitterkäfigen bei einem panischen Vogel durchaus passieren kann.

Ich persönlich finde, dass man die Vögel darin auch super leicht fangen kann, das ist aber vielleicht Geschmacksache.
Ich möchte jedenfalls auf meine Boxen nicht mehr verzichten und bin dem Menschen, der diese entwickelt hat, von Herzen dankbar!

[http://lebensdienlich.de/Vogeltransporttasche] *

*Affiliate

Umfangsvermehrung/Tumor

Aufrufe: 13

Ich schreibe bewusst Umfangsvermehrung, denn das ist die deutsche Bedeutung des Wortes Tumor. Ein Tumor ist also prinzipiell erstmal keine sichere Todesdiagnose, sondern meint erstmal nur eine Zunahme von Gewebe.
Man könnte also rein theoretisch auch zu einer Beule an der Stirn nach einem Zusammenstoß mit einem harten Gegenstand „Tumor“ im Sinne von einer Schwellung sagen.
Das macht nur keiner, weil wir umgangssprachlich damit eine Vermehrung von gutartigen oder bösartigen Zellen verbinden.

Einen sogenannten gutartigen Tumor macht aus, dass er in der Regel gut abgekapselt im Gewebe liegt, ein langsames Größenwachstum aufweist und nicht dazu neigt, stark invasiv in andere gesunde Gewebestrukturen hineinzuwachsen und auch nicht in Blutgefäße einbricht, um damit kleine Zellhaufen über die Blutbahnen im Körper zu verteilen, die wir dann Metastasen nennen.
Von all diesen verhältnismäßig positiven Eigenschaften macht ein bösartiger Tumor genau das Gegenteil. Ausnahmen bestätigen die Regel…
Die meisten meiner Wellensittiche sind bis jetzt wegen Nieren- oder Gonadentumoren (Tumore der Geschlechtsorgane) eingeschläfert worden.
Erst bei einer Henne konnte man wirklich deutliche Veränderungen in der Lunge in Form von kleinen Knötchen im Röntgenbild erkennen.
In diesem Fall waren diese der Grund für ihre Atemnot.
Ansonsten gibt es für die Atemnot, auch Dyspnoe genannt, eine andere Ursache, wie es auch bei Korbinian heute der Fall war.
Denn Vögel besitzen kein Zwerchfell und haben somit keine Brust- und Bauchhöhle, sondern eine durchgehende Körperhöhle.
Dies führt dazu, dass bei der Vergrößerung eines Organes wie z.B. bei einer Fettleber oder eben bei einem Tumor die Luftsäcke und/oder die Lunge komprimiert, sprich zusammengedrückt werden.
Wenn der Tumor nicht riesig ist und z.B. den Bauch von innen deutlich vorwölbt, ist eine beschleunigte Atmung dann oft das erste auffällige Symptom.
Ich lasse so etwas immer mit einem Röntgenbild abklären. Der Vogeltierarzt wird seinen Patienten vorher ohnehin gründlich untersuchen und kann vielleicht auch schon über einen Tastbefund eine Diagnose stellen.
Manche Praxen bieten auch Ultraschall selbst für kleine Vögel an, sodass abgeklärt werden kann, ob ein sogenannter Weichteilschatten im Röntgenbild wirklich festes Gewebe oder Flüssigkeit darstellt.
Lasst euch da gerne beraten, meine derzeitige Vogeltierärztin bietet momentan leider keinen Ultraschall an.
In jedem Fall ist eine Untersuchung sehr empfehlenswert, da bei einer frühzeitigen Erkennung je nach Tumorart entweder noch operiert werden kann oder zumindest mit Medikamenten der weitere Verlauf verlangsamt werden kann.
Manchmal bleibt aber auch einfach nur die Euthanasie, um dem Vogel eine lange Qual zu ersparen.
Das fällt schwer, aber lässt den kleinen Freund in Würde gehen, wie eine meiner Freundinnen stets zu sagen pflegt.
Ich sage, es ist der letzte Liebesbeweis, den man seinem Schützling noch erbringen kann…
Übrigens kann man die Tumoren nur sicher durch eine Gewebeentnahme wie z.B. eine Punktion unterscheiden. Diese wird dann eingeschickt und in speziellen Laboren untersucht. Meist ist dies aber nicht am wachen Patient möglich. Oft muss dieser dafür in Narkose gelegt werden und manche Diagnosen sind auch erst nach dem Tod durch eine Sektion zu stellen.
Aus diesen Gründen verzichte ich darauf, ganz genau wissen zu wollen, woran mein Vögelchen litt. Denn lebendig macht es ihn auch nicht mehr und bei einem erfahrenen Vogeltierarzt reicht in der Regel auch ein Röntgenbild, um einen Therapieversuch zu diskutieren.

Vogelzimmer

Aufrufe: 20

Heute habe ich den Tag genutzt, um das Vogelzimmer mal wieder richtig gründlich zu säubern.
Mein kleines Sorgenkind Luv hat mich auch den ganzen Tag auf Trab gehalten und ich hoffe, dass sie zu einem kleinen Weihnachtswunder wird. Daumen drücken und Genesungswünsche sind also ausdrücklich erlaubt. 😍 Gerade knuspert sie immerhin ein bisschen an der halbreifen Hirse und ich übe mich in positiven Gedanken.
Das fällt mir nicht leicht, denn der Winter ist für mich und meine Vögel eine unschöne Jahreszeit, da sie von den meisten Verlusten im ganzen Jahr begleitet wird. Ausführlicher habe ich dazu in Türchen 5 zum Thema „Abschied nehmen“ auf Facebook und Instagram geschrieben.

Heute möchte ich euch ein paar Aspekte zur Haltungsform Vogelzimmer erläutern.
Damit möchte ich zu dem vielleicht größten Vorteil kommen, den ein Vogelzimmer so bietet.
Man kann es komplett auf die Bedürfnisse seiner Vögel abstimmen und sämtliche Gefahrenquellen, die beispielsweise in einer Wohnzimmerhaltung auftauchen können, von vornherein beseitigen.
Ich habe es auch, so weit es ging, vogelsicher gemacht. Sobald ich mir in meinem Eigentum dann eines komplett nach meinen Vorstellungen einrichten kann, würde ich Vieles aber auch noch besser machen. Wie auch immer, für ein Provisorium ist es gar nicht schlecht geworden. Und aus seinen Fehler lernt man ja bekanntlich auch.
Alles fing damit an, dass ich in dem Raum den Teppichboden entfernt habe und einen pflegeleichten und robusten Boden mit meinem Mann verlegt habe. Zuvor hatten wir die Tapete von den Wänden entfernt und den Raum mit einer abwaschbaren Farbe gestrichen, sodass man die Kotkleckse, die beim Start auch gerne mal gegen die Wand donnern, auch wieder leicht zu entfernen sind.
Ich erinnere mich da noch gut an die Rauhfasertapete in meiner Studentenbude und das war wirklich kein Spaß, auch nicht mit wenigen Vögeln. Alles habe ich dort auch nicht abbekommen und so mussten wir die Wand hinter der Voliere zum Auszug komplett neu streichen.
Dieses Problem habe ich nun nicht mehr.
Zur einfacheren Reinigung des Bodens habe ich mittlerweile überall Rollschutzmatten, die es im Bürobedarf als Bodenschutz gibt, unter den Lieblingssitzplätzen verteilt.
Diese sind rutschfest und haben eine robuste Oberfläche, sodass ich sie einfach in der Dusche unter einem heißen Strahl vom Kot befreien kann.
Das Fenster habe ich mit einem selbstgebauten Rahmen, der mit Draht bespannt ist, vergittert, sodass ich jederzeit lüften kann. In meiner Mietwohnung war mir das nicht gestattet, sodass ich dort immer gucken musste, ob wirklich alle Vögel im Wohnzimmer sind. Dann die Tür schließen, den Rest der Wohnung lüften und danach wieder die Wohnzimmertür auf, um den Raum indirekt zu lüften.
Für die Luftqualität definitiv nicht das Optimum, aber das Beste, um die Vögel vor Zugluft und vorm Entfliegen zu schützen.

Kürzlich habe ich einen Luftreiniger entdeckt, der wegen äußerer Schönheitsmakel um 33% reduziert war. Kürzlich habe ich dazu einen tollen Artikel auf einem Blog gelesen und direkt zugeschlagen.
Dieser Luftreiniger befreit die Luft nicht nur vom Gefiederstaub, nein, auch von Schimmelpilzsporen, Feinstaub und er kann die Luft auch variabel befeuchten. Ein toller Aspekt, gerade für die Heizperiode.☺️
Doch nicht nur für die Gesundheit meiner Vögel erhoffe ich mir dadurch große Vorteile, nein auch für meine.
Ich halte immerhin seit knapp 17 Jahre Wellensittiche und habe zum Teil auch mit ihnen in einem Raum geschlafen.
Auf Dauer muss das nicht unbedingt gesund sein, denn die feinen Staubpartikel können sich in der Lunge absetzen und sogar Allergien verursachen.
Für mich eine grauenhafte Vorstellung, die kleinen Papageien aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um mich haben zu können!

Ich habe momentan ein relativ kleines Dachgeschosszimmer für meine Vögel eingerichtet. Da sie aber dort drinnen alleine wohnen, habe ich ich mich kreativ austoben können und das ganze Zimmer wie einen riesigen Abenteuerspielplatz gestaltet.
Das führt dazu, dass meine kleinen Energiebündel sich im kompletten Raum verteilen und wirklich jede Ecke nutzen, weil es überall etwas zum Entdecken und Zerlegen gibt.
Darüber freue ich mich riesig, was ich in meinem Wohnzimmer damals ziemlich lästig fand, da meine Wellensittiche vor nichts Halt gemacht haben, mir Ordner und sogar teure Fachbücher angefressen haben.
Doch es ist nicht nur der Ärger über zerstörte persönliche Dinge. Die Gefahr, dass sie etwas in den Schnabel bekommen, das ihnen schadet, ist sehr groß und damit meine ich nicht nur die Zimmerpflanzen.
Diese sind in den allermeisten Fällen giftig und auch meine Wellis bewiesen irgendwann, dass man Dinge jahrelang ignorieren kann und eines Nachmittags verpassten sie einer Pflanze dann doch einen radikalen Schnitt, die zwei Jahre brauchte, um sich davon wieder zu erholen.
Ich bin bloß froh, dass keinem Welli etwas dabei passiert ist.

Die räumliche Trennung tut uns allen gut. Ich atme nicht mehr den ganzen Tag Gefiederstaub ein und auch der Dreck, den sie bei ihren täglichen Aktivitäten produzieren, verbleibt überwiegend im Vogelzimmer. Eine Fußmatte vor der Tür verhindert ein Verteilen des Drecks über die Schuhe in de Wohnung.
So kann ich dem täglichen Chaos, das sie durch das Zerschreddern von Kork, Pappe und anderen Spielsachen produzieren, sehr gelassen gegenüber treten. Ich mache täglich einmal alles sauber und sie dürfen wieder alles nach Herzenslust schmutzig machen.

Noch ein großer Vorteil ist, dass die Vögel wirklich komplett unabhängig von meinen Aktivitäten den ganzen Tag Freiflug genießen können. Eine Tatsache, die sie sehr zu schätzen wissen. Mit Beginn der Dämmerung beginnt das Gebrabbel im Vogelzimmer und ist es auch noch nicht richtig hell, so wird schon gefrühstückt, geflogen, geflirtet und geschreddert. Das geht den ganzen Tag, bis die Vogellampen nacheinander ausgehen und die Nachtruhe ankündigen.

In der Nacht sind die Vögel im Vogelzimmer gegen Geräusche aus der Wohnung geschützt und können den für sie so wichtigen langen Schlaf bekommen, den sie als Erholung brauchen. Das Nachtlicht hilft ihnen dabei. Mehr findet ihr dazu in Türchen 14 und 18.

Das soll für heute genügen, auch wenn längst nicht alle Aspekte in diesen Blogbeitrag einfließen konnten. Wenn euch etwas fehlt, benutzt dazu gerne die Kommentarfunktion. Ich werde nach bestem Wissen und Gewissen antworten!

Haltung im Winter

Aufrufe: 8

Dazu möchte ich euch zunächst eine Geschichte erzählen.

Es ist die traurige Geschichte von Schneeglöckchen. Und sie bestärkt mich darin, weiter zu schreiben, in der Hoffnung, dass meine Texte möglichst viele Menschen erreichen und so unnötiges Tierleid vermieden werden kann.
Die Familie, in der sie vorher lebte, ist eine sehr tierliebe Familie. Zwei Wellensittiche wurden für die Kinder angeschafft, obwohl die Erwachsenen keinen Bezug dazu hatten.
Man wollte den Tieren etwas Gutes tun und hatte gelesen, dass man Wellis nach langsamer Gewöhnung an die Witterung im Freien über den Sommer auch ganzjährig draußen gehalten werden können.
So weit so gut. Leider wurden die Beiden in einer Turmvoliere ohne Schutz vor Nässe und Wind in den Garten gestellt. Diese war so hoch und so schmal, dass die Wellis darin quasi keine Bewegungsfreiheit hatten. Als die ersten kalten Nächte kamen, verstarb Schneeglöckchens Partner.

Mich macht das unendlich traurig, denn die Menschen haben ihren Tieren sicherlich nicht schaden wollen. Aber leider hat das Halbwissen dazu geführt, dass ein Welli sterben musste.
Vielleicht gab es auch eine andere Todesursache, aber den Winter hätten sie in diesem kleinen Gefängnis niemals überlebt. Sie hatten nicht mal eine schützende Rückwand. Sie waren völlig schutzlos der Witterung ausgesetzt.

Wellis kann man wunderbar im Freien halten, wenn man sie, wie die Besitzer richtig wussten, langsam in den warmen Monaten daran gewöhnt.
Sie brauchen aber v.a. im Winter ein isoliertes, trockenes, zugfreies Schutzhaus, in dem sie trocknen und sich wärmen können.
Dann macht es ihnen auch richtig Spaß, wenn sie in einem großen Flugbereich der Voliere den Schnee unsicher machen können.
Eine gute Bekannte hat ihren Wellis in diesem Jahr so ein Paradies geschaffen und ihre Wellis fühlen sich wirklich pudelwohl, selbst bei Eis und Schnee.
Diese Voliere ist aber auch wirklich gut durchdacht und lange bis ins Detail geplant worden. Und sie hat eine hübsche Stange Geld gekostet, obwohl die Heimwerkerprofis nahezu alles selbst gebaut haben.

Bei meinen Wellis im Vogelzimmer achte ich darauf, dass sie die für sie natürliche Tag- und Nachtgleiche auch in unseren Breitengraden haben, indem bei mir sehr viel die Birdlamps brennen und das Zimmer bestmöglichst ausleuchten.
Denn dunkle Ecken sorgen gerade bei den im Winter hormonell sehr aktiven Wellensittichen für aufkommende Kinderwünsche. 😱

Eine gute Luftqualität ist unseren Wellensittichen auch im Winter sehr wichtig. Da ich wegen des kalten Zuges im Winter immer nur sehr kurz und nicht mit komplett geöffnetem Fenster lüften kann, habe ich mich für die Anschaffung eines Luftreinigers entschieden, nachdem einige Bekannte mit Vogelschwärmen sehr gute Erfahrungen damit gemacht haben.
Ich habe ihn erst kurze Zeit, aber bin sehr zufrieden.

Ansonsten achte ich auf eine ausreichende Luftfeuchte. Diese kann zum einen durch das Lüften verbessert werden, manchmal lasse ich aber auch einen Luftbefeuchter für einige Stunden laufen. Diese gibt es oft schon für kleines Geld beim Discounter. Eine flache Tonschale auf der Heizung hat auch positive Effekte.

Da ich im Winter immer einige hormonell aktive Hennen habe, gebe ich ab dem Spätherbst auch täglich Calcium ins Trinkwasser, damit die Vögel diesbezüglich bestmöglich aufgestellt sind, falls sie doch mal Eier legen wollen. Damit kann das Risiko einer Legenot durch eine unzureichend ausgebildete Kalkschale zumindest etwas minimiert werden.
Werden Eier gelegt, tausche ich diese gegen Gipseier oder koche die gelegten Eier ab und markiere sie, damit ich neue von bereits abgekochten Eiern unterscheiden kann.
Viele Hennen stellen irgendwann das Eierlegen ein, wenn sie merken, dass trotz eifrigen Bebrütens nichts passiert.

Ich hoffe, Schneeglöckchen meint nicht gleich diesen Winter mitmischen zu müssen, nachdem sie in diesem Jahr ja selbst dem Tode knapp entronnen ist.
Ihre Besitzer meinten es gut mit ihr und suchten nun jemanden, der wirklich Spaß an Wellensittichen hat und überlegten sogar, Schneeglöckchen bei mir in ihrem neuen Heim zu besuchen.
Der Eingangscheck am Freitag war unauffällig, sodass Schneeglöckchen nach einer langsamen Eingewöhnung  selbstständig zu den anderen in die Fliegervoliere umgesiedelt ist! Herzlich Willkommen, du hübsches Mädchen!

Xanthomatose

Aufrufe: 5

Mit dieser gelblich gefärbten, lederartig verdickten Hautveränderung machte ich schon bei meinem fünften Wellensittich Bekanntschaft. Lillit hatte eine riesiges Lipom am Bauch, das man aus heutiger Sicht sicherlich hätte operieren lassen können. Vor 16 Jahren war dies leider noch nicht möglich. Jedenfalls nicht da, wo ich wohnte.
Im Studium habe ich gelernt, dass solche xanthomatösen Hautveränderungen überwiegend bei Sittichen vorkommen. Wellensittiche sind überdurchschnittlich häufig vertreten.
Oft spielen Tumoren oder Hernien (Gewebebrüche) eine Rolle. Durch den Druck von innen auf die Haut reagiert der Körper mit Verfettung. So finden sich auf Zellebene dort viele Fresszellen, die das aufgenommene Fett in Vakuolen (Blasen) gespeichert haben und Cholesterinbestandteile (Fettmoleküle, die z.B. Teil der Zellwände sind).
Wenn ich in der allgemeinen Pathologie, der Lehre der Krankheiten, gut aufgepasst habe, reagieren Zellen entweder wie oben genannt durch Verfettung, weil die Durchblutung nicht mehr ausreichend gewährleistet ist oder sogar durch Absterben, was die vermehrten Cholesterineinlagerungen als Überbleibsel der Zellen in diesen Gewebeabschnitten erklären könnte.
Die Ausfällungen von Cholesterin, oft auch als Cholesterinnadeln bezeichnet, führen meist zu starkem Juckreiz. Meine Lina damals schrie wie am Spieß, wenn sie sich selbst mit dem Schnabel bearbeitete und Federn rupfte. Es muss die Hölle gewesen sein.
Eine Unterstützung der Leber durch geeignete Präparate konnte zeitweise Abhilfe schaffen. Mehr dazu unter Gesundheit und dann Leber.
Die Verbesserung des Allgemeinzustandes durch die Lebertherapie ist ein Hinweis darauf, dass die Entstehung von Xanthomen möglicherweise auch durch eine zu energiereiche Ernährung begünstigt werden kann. Als Folge derer nimmt die Leber oft Schaden.

Liegen die xanthomatösen Veränderungen über einem gut abgekapseltem Tumor würde ich aus heutiger Sicht eine chirurgische Entfernung wagen. Denn die Gefahr des Verblutens ist bei diesen Veränderungen sehr sehr hoch. Das umliegende Gewebe ist durch die Entzündung gut durchblutet und sowohl bei Lilian, Käpt’n als auch Luki kam es schon bei den geringsten Verletzungen zu heftigen Blutungen.
Luki hatte einen Flügeltumor, den ich entfernen ließ. Die OP lief gut, aber sie wachte nicht mehr auf. Der vorangegangene Blutverlust durch eine ungeklärte Verletzung an dem Tumor in der Woche zuvor mag eine Ursache gewesen sein.
Dennoch werde ich auch in Zukunft trotz des Narkoserisikos bei jedem Vogel abwägen, ob eine OP mehr Schaden oder Nutzen bringt.

Manche Lipome mit einer Xanthomatose an der Oberfläche können aber auch lange Zeit völlig unauffällig sein. Spätestens aber wenn der Vogel sich dort beißt und die Gefahr von Infektionen über ein Aufsteigen von Keimen über die Wunde in den Blutkreislauf gegeben ist, muss ein erfahrener, vogelkundiger Tierarzt aufgesucht werden, der gemeinsam mit dem Besitzer die beste Entscheidung für den jeweiligen Einzelfall trifft.

Vorbeugen kann man bei dieser Erkrankung der Haut nur durch gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Ein vollständiges Ausheilen ist mir nicht bekannt.

Legedarm

Aufrufe: 7

Der Legedarm wird schon im Embryo im Ei angelegt und befindet sich zunächst paarig angelegt auf der linken und der rechten Seite des Körpers, da er sich aus dem sogenannten Müllerschen Gang entwickelt.
Die rechte Seite wird dann aber recht schnell wieder zurückentwickelt, sodass auch schon beim frisch geschlüpften Küken der Legedarm nur noch auf der linken Seite zu finden ist.
Diese Information kann bei der Beurteilung eines Röntgenbildes sehr hilfreich sein, da der Legedarm in der hormonell aktiven Phase sich um ein Vielfaches vergößern kann und somit andere Organe von ihrem eigentlichen Platz zeitweise verdrängen kann.
Dies kann aufgrund des fehlenden Zwerchfells sogar schlimmstenfalls zu Atemnot führen. Aber auch nach unten in Richtung Darm kann es zu Passagestörungen führen, weswegen brutige Hennen oft seltener, dafür riesige angeschoppte Mengen Kot absetzen, weil der hormonell bedingt voluminöse Legedarm auf den Verdaaungstrakt drückt und der Speisebrei zum Teil nur verzögert weitertransportiert wird.
Ist dann noch die Leber vergrößert, wie es bei vielen Wellensittichen der Fall ist, kann es durch starkes Pressen zu einem Schleimhautvorfall aus der Kloake kommen.
Dies stellt einen echten medizinischen Notfall dar, da die Schleimhaut sehr schnell außerhalb des Körpers abstirbt und sofort wieder reponiert, sprich zurückgeschoben, werden muss.
Dabei ist auch abzuklären, ob vielleicht bereits ein Ei angebildet wurde und ob zusätzlich eine Legenot vorliegt. Dies ist immer ein medizinischer Notfall, der gegebenfalls auch operiert werden muss, wenn der Vogel es binnen 24h nicht schafft, das Ei 🥚 zu legen.
Denn Wellensittiche legen für gewöhnlich alle 48h ein Ei. Ist ein beschaltes Ei zu fühlen, sollte dieses zeitnah gelegt werden. Calciuminfusionen, Wärme und Ruhe können dabei helfen. Zeigt diese sogenannte konservative Therapie keinen Erfolg, muss das Ei chirurgisch entfernt werden, da die Henne über das ständige Pressen schnell erschöpft oder das im Körper verbleibende Ei, v.a. wenn es beschädigt ist, zu starken Vergiftungserscheinungen führen kann, weil durch den Verderbnisprozess viele Toxine (Giftstoffe) im Körper entstehen.
Ich habe es übrigens noch nie erlebt, dass beschädigte oder unzureichend beschalte Eier auf dem natürlichen Weg gelegt werden konnten. Hier gilt es besonders, rechtzeitig mit einer Not-OP einzugreifen, bevor der Vogel zu geschwächt ist und das Narkoserisiko ins Unermessliche steigt.
Ob das Ei beschädigt ist, sollte also vor einem konservativen Therapieversuch abgeklärt werden.

Zum Weiterlesen findet ihr vorbeugende Maßnahmen zur Brutigkeit hier auf meinem Blog und immer wieder in meinen Beiträgen auf Facebook und Instagram eingebaut.