Sitzstangen und Naturhölzer

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Unbedenkliche Naturhölzer:

Bei meinen Wellis sind neben Birke v.a. Korknaturäste beliebt. Ebenfalls sind unbehandelte Obsthölzer geeignet, sowie Haselnuss, Buche und Erle. Weide nur monatelang abgetrocknet oder über einige Tage gewässert, da sie gerade im Frühjahr Salicylsäure enthält. Diese wirkt blutverdünnend, sodass eine Blutung unter Umständen sehr lange braucht, um zum Stehen zu kommen. Das kann für unsere kleinen Vögel schnell lebensbedrohlich werden.
Dennoch verwende ich Weide sehr gerne, aber gehe aus diesem Grund kein Risiko ein und empfehle die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen!

Gedrechselte Sitzstangen aus Holz oder noch schlimmer Plastiksitzstangen haben den großen Nachteil, dass sie überall gleichmäßig dick sind und so stets die gleichen Punkte der zarten Wellensittichfüße belastet werden.
Dies kann zu Entzündungen der Fußlederhaut, einer sogenannten Pododermatitis führen. Diese ist nicht nur extrem schmerzhaft, sie kann auch bei kleinen Verletzungen der durch die Entzündung empfindlich gewordenen Haut, zu Infektionen führen, die sich über das Gewebe bis hin zu den Gelenken und Knochen ausweiten kann.
Darum gilt nicht nur für Handicap-Vögel, wenn auch für die Nichtflieger ganz besonders: vielfältige Sitzmöglichkeiten anbieten!
Neben Liegebrettern, Korksitzbrettchen, gedrehten Hölzern wie Lianenholz sind auch Leitern hoch im Kurs, die waagerecht angebracht auch mehreren Wellis einen tollen Sitzplatz bieten.

Naturäste haben neben der natürlichen Druckverteilung auch den Vorteil, dass sie beim Abstoßen zum Losfliegen und beim Landen leicht nachgeben. Das schont neben den Gelenken den ganzen Bewegungsapparat.


Baumwollsitzstangen verwende ich nicht so gerne und wirklich nur, wenn ich sicher bin, dass die Wellis keine Fasern abschlucken (mehr Infos dazu in Adventskalendertürchen 2 wie Bezoar auf Facebook und Instagram). Spätestens wenn die Seile einzelne Fasern abspreizen, müssen sie ausgetauscht werden oder man näht einen Bezug aus einem nicht fasernden Stoff, in dem die Krallen nicht hängen bleiben können. Ein derber Stoff wie Jeansstoff scheint mir da geeignet, ich habe es aber noch nicht selbst probiert, da ich keine Nähmaschine besitze.

 

Optisch gefallen mir ja ganze Korkäste und Korkenzieherhasel am Besten. Bei meinen Wellis sind die waagerecht angebrachten Leitern oft die Lieblingsplätze, weil sie sich da so schön gegenüber sitzen können. Und Kork geht natürlich auch immer!

Wer keinen eigenen Garten hat, kann vielleicht mal einen Ausflug aufs Land machen und Freunde besuchen. Manche besitzen in der Stadt ja auch kleine Schrebergärten, bei denen vom Baumschnitt auch mal was übrig bleibt. Man könnte auch die angestellten Gärtner der Stadt bei der Parkpflege nett fragen oder eine Anzeige in einem Kleinanzeigenportal schreiben. Auch in Vogelgruppen gibt es bestimmt Halter, die mehr als genug haben und gegen das Porto auch sicherlich einen Karton mit Naturästen losschicken würden.

Wer es ganz einfach haben möchte, kann auch bei diversen Vogelshops online bereits fertig zugeschnittene Äste erwerben. Diese sind oft mit Schrauben zum einfachen Abnehmen und Säubern vom Käfiggitter versehen.

Wie jedes Naturmaterial sollten Naturäste mit heißem Wasser und Bürste zunächst gründlich gereinigt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann gerade Kork im Backofen ausbacken. Ich backe 10 bis 15 min bei 150 Grad aus. Achtung, Brandgefahr!!! Außerdem ist es zu empfehlen, einen Kochlöffel in die Backofentür zu stecken, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.

Viele Insektenlarven und ähnliches sterben auch ein, wenn man die Naturmaterialien mehrere Tage einfriert. Gegen Bakterien und andere Erreger hilft das leider selten.

Ich überbrühe daher jedes Stück Natur, das zu meinen Vögeln soll zumindest mit kochendem Wasser, wenn es aufgrund der Größe nicht in den Backofen passt.

Wie bei allen Einrichtungsgegenständen im Vogelbereich ist regelmäßige Hygiene wichtig und so brause ich auch die Naturäste einmal wöchentlich mit heißem Wasser ab und befreie sie so von Kot und Harnsäure. Denn die Ausscheidungen der Vögel können ebenfalls zu den oben beschriebenen Hautreizungen mit den entsprechenden Folgen führen.

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Ansonsten benutzt gerne die Kommentarfunktion oder schreibt mich auf Facebook und Instagram an!