Bissverletzung

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In diesem Blogartikel geht es um die wichtige Erstversorgung des Vogels nach einem Hunde- oder Katzenbiss. Ich rate ausdrücklich davon ab, sich selbst als “Tierdoktor” zu versuchen, denn ein Biss ist bei einem Vogel (auch bei Wildvögeln!!!) als echter Notfall einzustufen.

Die beste Prophylaxe ist, andere Haustiere und gerade Beutegreifer wie Hunde, Katzen etc. komplett außer Reichweite und Sichtweite der Wellensittiche zu halten.

Meine Hunde bekommen meine Wellensittiche übrigens auch nicht zu Gesicht, denn auch der liebste Hund kann sich mal erschrecken und die Folgen eines versehentlichen Zuschnappens für den Vogel kann sich jeder ausmalen…

Sollte es dennoch einmal passiert sein, muss der Vogel, sofern er noch lebt, innerhalb der nächsten Stunden einem vogelkundigen (!!!) Tierarzt vorgestellt werden. Wellensittiche benötigen oft aufgrund ihrer hohen Körpertemperatur kein Antibiotikum, aber in diesem Fall ist die Gabe über mindestens 5 Tage unerlässlich. Denn in der Maulhöhle von Hunden und Katzen leben für die Wundinfektion bedeutsame Erreger wie Pasteurellen, die im Gewebe gefährliche Infektionen hervorrufen können.

Auch wenn es dem Vogel im ersten Moment gut zu gehen scheint, sollte er dennoch gründlich von einem Tierarzt auf Bissverletzungen überprüft werden und im Zweifelsfall auf jeden Fall ein Antibiotikum bekommen. Die Gabe darf fünf Tage nicht unterschreiten und kann bis auf 14 Tage ausgeweitet werden, weil bei einem zu frühen Abbruch der Gabe entweder die Infektion wie eine Keule zurückkommen kann oder sich Resistenzen ausbilden, die eine zukünftige Behandlung unwirksam machen. Schlägt die Therapie mit dem Antibiotikum nicht an, muss es gegebenfalls gewechselt werden. Eine Tupferprobe aus dem entzündeten Gewebe, die für ein sogenanntes Antibiogramm eingeschickt wird, ist mehr als sinnvoll.

Meinem über 15 Jahre alten Hahn hat das damals das Leben gerettet. Denn seine Wunde heilte nach einer Operation einfach nicht ab und entzündete sich immer wieder und füllte sich mit Eiter. Nach dem Wechsel des Antibiotikums auf Grundlage des Antibiogramms, das die Wirksamkeit der einzelnen Antibiotika-Präparate gegenüber den spezifischen Erregern in der Wunde des Patienten darstellt, lebte er noch fünf Monate bei mir, bevor ich ihn dann aus anderen Gründen erlösen ließ. Und fünf erfüllte Monate können in einem so kurzen Vogelleben verdammt viel Unterschied machen, oder?

Das ist der besagte Hahn nach seiner zweiten Operation, als er schon über zehn Jahre bei mir lebte. <3

Joy – Gastbeitrag über ihre ersten acht Wochen bei uns

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Heute haben wir unseren ersten Gastbeitrag auf unserer Seite: die kleine Joy wollte zu Wort kommen und über ihre ersten acht Wochen bei uns berichten. Viel Spaß beim Lesen!

“Hey, ich bin´s, die Joy. Ihr kennt mich noch unter dem Namen Yana, als ich über die Sendung Tiere suchen ein Zuhause aus meiner coolen Pflegestelle in Wuppertal ausgezogen bin. Da war immer was los. Am 22. November bin ich dann zu meinen neuen Zweibeinern ins Auto gestiegen. Wir waren noch kurz spazieren und haben viele Pausen gemacht, weil es eine so lange Fahrt war. Meine beiden großen „Geschwister“ Balou und Ella haben mich auch direkt mit abgeholt. Balou ist schon sehr alt und deswegen nicht mehr zum Spielen geeignet. Dafür habe ich am Anfang immer so unvermittelt und laut gebellt, wenn er in meiner Nähe war, dass er beim Fluchtversuch beinahe hingefallen wäre. Ich fand´s witzig, Frauchen eher nicht so. Dafür hat sie sich an meine Heul – und Jaulkonzerte gewöhnt, wenn mir etwas nicht in den Kram passt. Solange ich Frauchen unter Kontrolle habe, bin ich der liebste Hund. Aber wehe, wenn sie sich entfernt! Da verstehe ich keinen Spaß. Mittlerweile habe ich aber gelernt, dass ich auch zu meinem Recht komme, wenn ich mich ruhig verhalte und so mache ich das immer häufiger. Ich wäre ja auch schön blöd. Wenn ich nämlich laut bin und schubse und rempele, ignorieren mich die Zweibeiner und manchmal braten mir Ella und Balou sogar eins über, wenn ich zu wild bin. Bin ich dagegen ruhig und spiele gemäßigt, ist Ella die coolste Freundin, große Schwester und Ersatzmama zugleich. Dann kann man mit ihr stundenlang spielen und sie fordert mich draußen sogar auch auf. Da ich so gerne kuschele, dulden es Balou und Ella auch, wenn ich mich ganz fest an sie schmiege. Das ist schön.

Frauchen sagt, es hört sich an, als ob ich zwitschere, wenn ich aufgeregt bin. Gut, da sie ja auch einen Schwarm Wellensittiche hat, sollte sie dies ja nicht stören…

Frauchen hat mich aber auch ganz doll ins Herz geschlossen. Sie gibt es nur ungern zu, weil ich immer so viel Blödsinn im Kopf habe. Auf der anderen Seite hat sie eingesehen, dass ihr Bild von den jungen Hunden, die sie schon erzogen hat, sich mittlerweile etwas sehr zum Positiven geklärt hat und bei denen auch nicht immer alles rosig war. Ich verstehe nicht, was sie meint, denn ich vereine doch nur die besten Eigenschaften des English – Setters in mir. Die sind sanftmütig, haben ein freundliches Wesen, total seidig-weiches Fell, sehen schick aus, haben ne super Spürnase und halt ein bisschen Jagdtrieb, weswegen Frauchen draußen eher weniger spannend ist und sind minimal eigensinnig. Ich sehe da keinen Nachteil, wenn man voller Selbstvertrauen in die Welt geht und nicht so viel Wert auf die Meinung anderer legt. Die Zweibeiner haben eh komische Ansichten, was Spaß macht und erlaubt ist und ich finde es extrem lustig, im Auto auf Ellas Bauch zu springen, mich über ihren Rücken zu hängen oder wie ein Rammbock sie von hinten aufzuspießen. Diese Zeiten sind jetzt jedoch vorbei, haben die Zweibeiner nun auch eine Box für´s Auto gekauft, mit Trennwand zwischen Ella und mir. Dabei könnten sie mich ja auch im Fußraum mitfahren lassen, denn da bin ich ganz brav. Sie behaupten aber, das wäre zu gefährlich. Die Box im Auto ist ja auch ganz kuschelig, denn die haben da so einen Schaumstoff reingelegt, der die Stöße abfedert. Allerdings sehe ich jetzt gar nichts mehr und kann so gar keine Radfahrer, Passanten und andere Hunde mehr während der Fahrt anbellen.

In unserem Schlafzimmer habe ich eine XXL-Box stehen, in die ich mittlerweile sogar freiwillig reingehe. Am Anfang hatte ich ein riesen Theater gemacht, wenn ich da mal drin bleiben sollte, was ich jetzt gar nicht mehr nachvollziehen kann, gibt es darin doch immer so tolle Sachen zum Fressen und ein orthopädisches Hundebett liegt auch darin. Welcher Hund hat das schon in meinem Alter!

Mittlerweile habe ich auch gelernt, besser an der Leine zu gehen. Frauchens alte Schulterverletzung machte ihr nämlich durch meine wilden Bocksprünge Probleme. Das ging so weit, dass sie sogar in beiden Armen Sehnenscheidenentzündungen bekam. Da ich aber sehr rücksichtsvoll bin, mäßige ich mich jetzt halt, ist ja auch albern, wo wir so viel spazieren gehen. Austoben kann ich mich auf jeden Fall.

Das Beste ist, am 2. Januar wurden meine Hüften operiert. Die haben da die Nerven durchtrennt (deinnerviert nennen die das). Seitdem laufe ich schon etwas besser, aber meine Muskeln müssen gezielt aufgebaut werden heißt es, damit die meine linke fast luxierte Hüfte stabilisieren und ich meine Fehlhaltung aufgebe. Denn durch das Entlasten meines linken Hinterbeins hat sich dort meine Kniescheibe gelockert und meine rechte Schulter ist sehr schmerzhaft, da die zuviel Last aufnehmen muss. Deswegen gehe ich jetzt mindestens einmal die Woche zum Fitnesstraining auf´s Unterwasserlaufband. Ich war auch schon mal bei der Osteopathin, die mir eine Stunde lang alle Wirbel gerichtet hat und mir Blockaden gelöst hat. Das war fein, ich bin fast eingenickt. Ende Januar bin ich wieder dort. Geerbt habe ich dieses beidseitige Hüftleiden wohl vom English-Setter. Bei denen kommt das nämlich wohl häufig vor und wie ja oben genannt, passen mein Aussehen und mein Charakter auch wie die Faust auf´s Auge.

Als ich hier ankam, hatte ich so dicken schwarzen Schmodder in den Ohren, das hat Frauchen aber in den Griff bekommen. Wozu hat die denn Tiermedizin stuzdiert? Da kann ich sie ja mit so ein paar Kinderkrankheiten ein bisschen beschäftigen, nicht, dass die aus der Übung kommt! 😉

Am 11. Januar durfte ich meine ersten drei kurzen Trails machen für die Personensuche, auf schlau: Mantrailing. Na, was soll ich sagen, ich bin ein Naturtalent. Frauchen sagt, das ist eine sinnvolle Aufgabe für meine super Spürnase. Siehste, dafür habe ich den Zinken, Frauchen! Sie war echt mega stolz auf mich und im Gegensatz zu mir total überrascht, wie toll ich das gemacht habe. Sie hat mich geherzt und gedrückt und ein Küsschen gab es sogar auch.

Ich hab noch eine tolle angeborene Gabe. Ich kann Socken apportieren. Das hat Frauchen entdeckt, als ich ihre Socken immer sortiert oder aus der Wäsche ins Körbchen geholt habe. Seitdem darf ich die aussortierten Socken von Herrchen apportieren. Leider immer nur sehr kurz, weil Frauchen sagt, das sei nicht gut für meine Hüfte. Aber es macht riesigen Spaß und Frauchen freut sich auch immer wie bolle, wenn ich die Socken zurückbringe.

Der alte Balou hat mich übrigens auch adoptiert. Der hat sich wie Frauchen an mein Gejammer gewöhnt und ich mache es ja auch nicht mehr so oft. Neulich hat er sogar seinen Kopf auf meinen Po gelegt, als ich bei ihm auf der Decke lag.

Was bei meinem freundlichen Gemüt nicht verwunderlich ist, dass ALLE in mich verliebt sind. Ich glaube, da erspare ich mir so manches Donnerwetter. Danke, lieber Gott!

Gestern habe ich ausprobiert, ob ich auf Simeons (mein Lieblingsstreichler) Couch, auf Opas Couch oder in Herrchens Bett liegen darf. Sie haben mich immer runtergeschickt, die Spielverderber. Sie sagen, ich bin jetzt in der Flegelphase, in der ich alles ausprobiere. Mal sehen, wer den längeren Atem hat. Ich denke – ich…

Bis bald! Eure Joy

P.s.: Den Namen habe ich übrigens erhalten, weil es eine wunderbare weise Frau mit diesem Namen gibt und es außerdem ja „Freude“ bedeutet – und die verkörpere ich ja und verbreite sie auch!)”