Vogelzimmer

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Heute habe ich den Tag genutzt, um das Vogelzimmer mal wieder richtig gründlich zu säubern.
Mein kleines Sorgenkind Luv hat mich auch den ganzen Tag auf Trab gehalten und ich hoffe, dass sie zu einem kleinen Weihnachtswunder wird. Daumen drücken und Genesungswünsche sind also ausdrücklich erlaubt. 😍 Gerade knuspert sie immerhin ein bisschen an der halbreifen Hirse und ich übe mich in positiven Gedanken.
Das fällt mir nicht leicht, denn der Winter ist für mich und meine Vögel eine unschöne Jahreszeit, da sie von den meisten Verlusten im ganzen Jahr begleitet wird. Ausführlicher habe ich dazu in Türchen 5 zum Thema „Abschied nehmen“ auf Facebook und Instagram geschrieben.

Heute möchte ich euch ein paar Aspekte zur Haltungsform Vogelzimmer erläutern.
Damit möchte ich zu dem vielleicht größten Vorteil kommen, den ein Vogelzimmer so bietet.
Man kann es komplett auf die Bedürfnisse seiner Vögel abstimmen und sämtliche Gefahrenquellen, die beispielsweise in einer Wohnzimmerhaltung auftauchen können, von vornherein beseitigen.
Ich habe es auch, so weit es ging, vogelsicher gemacht. Sobald ich mir in meinem Eigentum dann eines komplett nach meinen Vorstellungen einrichten kann, würde ich Vieles aber auch noch besser machen. Wie auch immer, für ein Provisorium ist es gar nicht schlecht geworden. Und aus seinen Fehler lernt man ja bekanntlich auch.
Alles fing damit an, dass ich in dem Raum den Teppichboden entfernt habe und einen pflegeleichten und robusten Boden mit meinem Mann verlegt habe. Zuvor hatten wir die Tapete von den Wänden entfernt und den Raum mit einer abwaschbaren Farbe gestrichen, sodass man die Kotkleckse, die beim Start auch gerne mal gegen die Wand donnern, auch wieder leicht zu entfernen sind.
Ich erinnere mich da noch gut an die Rauhfasertapete in meiner Studentenbude und das war wirklich kein Spaß, auch nicht mit wenigen Vögeln. Alles habe ich dort auch nicht abbekommen und so mussten wir die Wand hinter der Voliere zum Auszug komplett neu streichen.
Dieses Problem habe ich nun nicht mehr.
Zur einfacheren Reinigung des Bodens habe ich mittlerweile überall Rollschutzmatten, die es im Bürobedarf als Bodenschutz gibt, unter den Lieblingssitzplätzen verteilt.
Diese sind rutschfest und haben eine robuste Oberfläche, sodass ich sie einfach in der Dusche unter einem heißen Strahl vom Kot befreien kann.
Das Fenster habe ich mit einem selbstgebauten Rahmen, der mit Draht bespannt ist, vergittert, sodass ich jederzeit lüften kann. In meiner Mietwohnung war mir das nicht gestattet, sodass ich dort immer gucken musste, ob wirklich alle Vögel im Wohnzimmer sind. Dann die Tür schließen, den Rest der Wohnung lüften und danach wieder die Wohnzimmertür auf, um den Raum indirekt zu lüften.
Für die Luftqualität definitiv nicht das Optimum, aber das Beste, um die Vögel vor Zugluft und vorm Entfliegen zu schützen.

Kürzlich habe ich einen Luftreiniger entdeckt, der wegen äußerer Schönheitsmakel um 33% reduziert war. Kürzlich habe ich dazu einen tollen Artikel auf einem Blog gelesen und direkt zugeschlagen.
Dieser Luftreiniger befreit die Luft nicht nur vom Gefiederstaub, nein, auch von Schimmelpilzsporen, Feinstaub und er kann die Luft auch variabel befeuchten. Ein toller Aspekt, gerade für die Heizperiode.☺️
Doch nicht nur für die Gesundheit meiner Vögel erhoffe ich mir dadurch große Vorteile, nein auch für meine.
Ich halte immerhin seit knapp 17 Jahre Wellensittiche und habe zum Teil auch mit ihnen in einem Raum geschlafen.
Auf Dauer muss das nicht unbedingt gesund sein, denn die feinen Staubpartikel können sich in der Lunge absetzen und sogar Allergien verursachen.
Für mich eine grauenhafte Vorstellung, die kleinen Papageien aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um mich haben zu können!

Ich habe momentan ein relativ kleines Dachgeschosszimmer für meine Vögel eingerichtet. Da sie aber dort drinnen alleine wohnen, habe ich ich mich kreativ austoben können und das ganze Zimmer wie einen riesigen Abenteuerspielplatz gestaltet.
Das führt dazu, dass meine kleinen Energiebündel sich im kompletten Raum verteilen und wirklich jede Ecke nutzen, weil es überall etwas zum Entdecken und Zerlegen gibt.
Darüber freue ich mich riesig, was ich in meinem Wohnzimmer damals ziemlich lästig fand, da meine Wellensittiche vor nichts Halt gemacht haben, mir Ordner und sogar teure Fachbücher angefressen haben.
Doch es ist nicht nur der Ärger über zerstörte persönliche Dinge. Die Gefahr, dass sie etwas in den Schnabel bekommen, das ihnen schadet, ist sehr groß und damit meine ich nicht nur die Zimmerpflanzen.
Diese sind in den allermeisten Fällen giftig und auch meine Wellis bewiesen irgendwann, dass man Dinge jahrelang ignorieren kann und eines Nachmittags verpassten sie einer Pflanze dann doch einen radikalen Schnitt, die zwei Jahre brauchte, um sich davon wieder zu erholen.
Ich bin bloß froh, dass keinem Welli etwas dabei passiert ist.

Die räumliche Trennung tut uns allen gut. Ich atme nicht mehr den ganzen Tag Gefiederstaub ein und auch der Dreck, den sie bei ihren täglichen Aktivitäten produzieren, verbleibt überwiegend im Vogelzimmer. Eine Fußmatte vor der Tür verhindert ein Verteilen des Drecks über die Schuhe in de Wohnung.
So kann ich dem täglichen Chaos, das sie durch das Zerschreddern von Kork, Pappe und anderen Spielsachen produzieren, sehr gelassen gegenüber treten. Ich mache täglich einmal alles sauber und sie dürfen wieder alles nach Herzenslust schmutzig machen.

Noch ein großer Vorteil ist, dass die Vögel wirklich komplett unabhängig von meinen Aktivitäten den ganzen Tag Freiflug genießen können. Eine Tatsache, die sie sehr zu schätzen wissen. Mit Beginn der Dämmerung beginnt das Gebrabbel im Vogelzimmer und ist es auch noch nicht richtig hell, so wird schon gefrühstückt, geflogen, geflirtet und geschreddert. Das geht den ganzen Tag, bis die Vogellampen nacheinander ausgehen und die Nachtruhe ankündigen.

In der Nacht sind die Vögel im Vogelzimmer gegen Geräusche aus der Wohnung geschützt und können den für sie so wichtigen langen Schlaf bekommen, den sie als Erholung brauchen. Das Nachtlicht hilft ihnen dabei. Mehr findet ihr dazu in Türchen 14 und 18.

Das soll für heute genügen, auch wenn längst nicht alle Aspekte in diesen Blogbeitrag einfließen konnten. Wenn euch etwas fehlt, benutzt dazu gerne die Kommentarfunktion. Ich werde nach bestem Wissen und Gewissen antworten!