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Mein allererster Welli ist mir tatsächlich zugeflogen und den zweiten kaufte ich es damals nicht besser wissend im Zooladen.
Heute weiß ich, warum Koko gerade mal ein knappes Jahr alt wurde, bevor er verstarb.
Die Vögel, die im Zooladen verkauft werden, werden aus den unterschiedlichsten „Zuchtstätten“ wild zusammengewürfelt und das im Alter von wenigen Wochen, in denen das Immunsystem noch nicht besonders gut ausgebildet ist.
Vögel bilden Antikörper gegen die Erreger, die sich im Umfeld der Elterntiere befunden haben. Werden diese Jungtiere aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen und oft weite Strecken transportiert, kommen sie mit vielen neuen Erregern in Kontakt, auf die ihr Immunsystem in keinster Weise vorbereitet ist.
Dazu kommt der Stress in den engen Schaukäfigen ohne Rückzugsorte oder Beschäftigungsmöglichkeiten.
Habt ihr mal darauf geachtet, wie viele Vögel dort drinnen völlig erschöpft und teilweise sogar apathisch drin sitzen?
Schon bei den Vermehrern vorher gibt es viele Todesfälle, weil die Haltungsbedimgungen dort denkbar schlecht sind und auch nicht auf gesunde Elterntiere geachtet wird. Und die, die diesen schweren Start ins Leben überlebt haben, werden in den Zooläden, die letztendlich Sammelstätten für sämtliche Krankheitserreger sind, auf die nächste harte Probe gestellt.
Diejenigen, die auch das überleben und bei jemandem zuhause landen, sind oft schwer krank wie mein Koko und stellen keine Altersrekorde auf.
Meine Vogel-Tierärztin sagt, dass sie eigentlich alle Neuzugänge aus Zoohandlungen, die bei ihr zur Eingangsuntersuchung vorgestellt werden, auf Trichomonaden und gegen die Schnabelräude behandeln muss. Aber auch Würmer und sämtliche Gefiedererkankungen sind nicht selten und oft nicht direkt beim Kauf sichtbar, sondern erst einige Monate später.

Ich habe dieses unschöne Thema bewusst als letztes Türchen gewählt, da ich hoffe, dass durch das erweckte Bewusstsein für diese Umstände viel Tierleid vermieden werden kann. Wenn wir Menschen keine Tiere mehr aus den Vermehrerstätten kaufen, werden auch weniger nachproduziert. Mir tun die Tiere dort auch Leid, doch weiß ich auch, dass für den Vogel, den ich dort freikaufe, mindestens drei Neue „gezüchtet“ werden, da Todesfälle/Verluste in das Geschäftsmodell eingeplant sind.
Übrigens ist das nicht nur bei den Vögeln der Fall, auch Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse, Hamster werden unter den widrigsten Bedingungen vermehrt für das Zooladengeschäft. Die Organisation PETA hat dazu viel Bildmaterial gesammelt, wer möchte kann sich also das Grauen auch gerne mal ansehen.
Was ist denn die Lösung, außer keine Tiere mehr von dort zu kaufen?

Ich habe gute Erfahrungen mit Abgaben von Privatpersonen gemacht beispielsweise wegen einer Haltungsaufgabe. Es gibt so viele Menschen, die ihre Tiere wirklich lieben, sich aber aus unterschiedlichen Gründen von ihnen trennen müssen.
Außerdem sitzen in den Tierheimen auch oft Vögel unterschiedlichsten Alters und in den schönsten Farben. Diese wurden dort entweder abgegeben oder kamen als Fundvögel und wurden nie wieder abgeholt. Meist sind sie sogar schon tierärztlich durchgecheckt.
Viele Tierheime stellen aber die zahlreichen Heimtiere aus Zeitgründen nicht ein, sodass sich ein Anruf oder persönlicher Besuch vor Ort für Suchende sicherlich lohnt.
Ich jedenfalls liebe meinen bunten Schwarm mit den vielen kleinen Persönlichkeiten, die alle ihre Geschichte erzählen können.

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